Fast Fashion - ein bisschen ökologischer: Ab Februar nächsten Jahres macht der schwedische Filialist seine Filialen zu Altkleidersammelstellen. Pro Tüte mit gebrauchter Kleidung erhalten Kunden einen Rabatt von 15 Prozent auf einen neuen Artikel.

H&M Filiale

Alt gegen Neu: In ausgewählten H&M Filialen in 50 Ländern können bald Altkleider abgegeben werden

H&M scheint Lunte gerochen zu haben: Nach Bio-Baumwolle und giftfreier Produktion (bis 2020) bringt der schwedische Konzern seine nächste Nachhaltigkeitsinitiative an den Start. Ab Februar 2013 können Kunden in ausgewählten H&M Filialen gebrauchte Kleidung zurückgeben. Durch diese globale Altkleider-Initiative sollen Kunden dazu beitragen, die Umweltauswirkungen durch Textilabfälle zu reduzieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Alle Kleidungsstücke, gleich in welchem Zustand, werden akzeptiert, teilt das Unternehmen mit. „Wir wollen der Umwelt Gutes tun, deshalb möchten wir unseren Kunden eine attraktive Lösung bieten: ihre ausgetragene, oder kaputte Kleidung bei H&M zu lassen“, sagt Karl-Johan Persson, CEO von H&M. Im Gegenzug bietet H&M den Kunden pro abgegebener Tüte einen Gutschein für 15% auf einen Artikel – so läuft wohl Fast Fashion.

Geschäft mit Umsatz und Vision

Partner von H&M’s Altkleidersammlung ist die Schweizer I:Collec AG, die über eine „etablierte Infrastruktur“ für die Weiternutzung und Weiterverarbeitung von Textilien verfügen, wobei ihre Kernkompetenz im Sammeln und Sortieren liegt. I:Collect arbeitet bereits mit Puma (Bring me Back-Programm), Esprit, C&A, einigen Bestseller-Marken (Jack & Jones, Name It), den Adler Modemärkten, Reno, Foot Locker und anderen Retailern zusammen. Das Unternehmen ist stark am expandieren und will bis 2017 in 135.000 Filialen weltweit präsent sein. Die gesammelten Altkleider werden aktuell zu einem geringen Anteil in hiesigen Second-Läden wiederverkauft, ein größerer Teil wird in Entwicklungsländer verschifft, um dort aufgetragen zu werden, und der Großteil wird der industriellen Wiederverwertung zugeführt, die daraus etwa Putzlappen oder Dammmaterialien herstellt. Übergeordnetes Ziel beider Unternehmen ist es allerdings, technische Lösungen zu entwickeln, die es erlaubt, Textilfasern in größerem Umfang wiederzuverwenden oder zu recyceln. So soll ein geschlossener Kreislauf entlang der Lieferkette von H&M entstehen – im Sinne von „Gib mir dein altes T-Shirt, und hol dein neues ab“.