Das höchste Gericht Italiens hat den beiden sizilianischen Designern am Freitag Absolution erteilt. Stefano Gabbana und Domenico Dolce wurden vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen. Die zwei letzten vorinstanzlichen Urteile sind damit passé.

Der Kassationsgerichtshof in Rom hat am Freitag nach sieben Jahren endlich einen Schlussstrich unter die Akte Dolce & Gabbana gezogen. Den beiden Designern wurde vorgeworfen, über fiktive Firmen in Luxemburg rund 200 Mio. Euro Steuern hinterzogen zu haben. In den zwei vorherigen Urteilen wurden die beiden Designer schuldig gesprochen und zu Bewährungsstrafen von mehreren Monaten verurteilt. Die Verteidigung hatte jeweils auf unschuldig plädiert und nun in der letzten Instanz Recht bekommen. Das höchste italienische Gericht entschied nach drei Stunden Anhörung, dass die insgesamt fünf Angeklagten, darunter auch die Generaldirektorin Cristiana Ruella und kaufmännischer Geschäftsführer Giuseppe Minoni, die Straftat nicht begangen haben. Das Urteil ist rechtskräftig und kann nicht weiter angefochten werden. Stefano Gabbana jubelte via Twitter: „Wir waren uns sicher. Wir sind ehrliche Leute.“

Wie auch schon im ersten Urteil 2011 sind die Beschuldigten zwar vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen worden, nicht aber befreit von der Tatsache, dass letztlich – wenn auch ohne Vorsatz – Steuern am Fiskus vorbeigeschleust wurden. Sowohl die Nachzahlung der nicht gezahlten Steuern als auch eine Verwaltungsstrafe werden wohl noch auf die Designer zukommen.