Esprit und Li&Fung: Arbeiter protestierten nach Fabrikschließung
"Pay up now": Die beiden in Hongkong ansässigen Bekleidungsunternehmen wurden zum Ziel von koordinierten Protestaktionen vor Esprit-Geschäften in Hongkong, Thailand und der Türkei. Nach der Schließung der Hey Tekstil-Fabrik in Istanbul fordern die Arbeiter die Zahlung ausstehender Gehälter.
Esprit stand im Mittelpunkt der Protestaktion ehemaliger Hey Tekstil-Arbeiter
Ehemalige Arbeiter der Hey Tekstil-Fabrik in Istanbul protestierten vor Esprit-Geschäften in Hongkong, Thailand und Istanbul für die Zahlung ausstehender Gehälter und Abfindungen. Mit Slogans wie „We produced for you so pay us what we are due“ machten sie auf sich aufmerksam.
Als die Hey Tekstil-Fabrik im Februar 2012 schloss, wurden rund 2.000 Mitarbeiter der Firma in Istanbul ohne Vorwarnung entlassen. Die Gehälter seien bereits seit November 2011 nicht mehr bezahlt worden. Laut Just-Style machen die ausstehenden Zahlungen und die Abfindungen einen Gesamtbetrag von 4,7 Mio. Euro aus. Laut der Clean Clothes Campaign soll Li&Fung als Sourcing-Beauftragter fast die komplette Produktion von Hey Tekstil für Esprit übernommen haben.
Neben den koordinierten Protesten in Hongkong, Chang Mai und Istanbul, haben 23 Gewerkschaften und Frauengruppen in Mittel- und Nordamerika sowie Asien und Europa ein entsprechendes Schreiben an den Esprit-CEO Jose Martinez aufgesetzt, in dem sie auf eine schnelle Einigung mit den Hey Tekstil-Arbeitern drängen.
Stellungnahme von Esprit zu den Vorwürfen
(ergänzt am 14. November 2012)
„Esprit weiß um anhängige Klagen, mit der etwa 250 ehemalige Arbeiter von Hey Tekstil ausstehende Gehälter von ihrem ehemaligen Arbeitgeber einfordern. Weiter sind Esprit nicht dokumentierte Anschuldigungen über Gesetzesverstöße im Zusammenhang mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation von Hey Tekstil bekannt, ebenso die strafrechtliche Verfolgung eines der Eigentümer von Hey Tekstil.
Esprit legt Wert auf die Feststellung, dass es sich in seiner Geschäftsbeziehung mit Li & Fung bezüglich Hey Tekstil stets angemessen und gesetzeskonform verhalten hat. Die finanziellen Schwierigkeiten von Hey Tekstil empfindet Esprit als besorgniserregend, besonders ihre Auswirkungen auf die Lage der ehemaligen Angestellten diese Unternehmens.
Als eine börsennotierte Aktiengesellschaft und unter Berücksichtigung des türkischen Rechts hat Esprit jedoch keine Handhabe, in diesen Vorgang einzugreifen. Esprit befürwortet eine gesetzeskonforme, faire und gerechte Einigung zugunsten der betroffenen Arbeiter.
Esprit stellt im Übrigen durch eine regelmäßige Überprüfung seiner Zulieferer sicher, dass in seiner weltweiten Wertschöpfungskette die jeweils regional einschlägigen Beschäftigungsgesetze einhalten werden.“







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