Der an der Hongkonger Börse gelistete, aber primär in Ratingen tätige Modekonzern kann in Deutschland offenbar an alte Erfolge anknüpfen. Weltweit bleibt es aber beim rückläufigen Umsatztrend.

Produkt stimmt, Image stimmt: In Deutschland hängt Esprit andere Modehändler ab

Nach vorläufigen Zahlen hat die Esprit Holdings Limited das Winterentspurt-Quartal (Januar bis März) solide hinter sich gebracht. In Euro konnte der Modekonzern im „Heimatmarkt“ Deutschland ein Plus von 2,7% auf 2,066 Mrd. HK-Dollar (233 Mio. Euro) einfahren – und das obwohl die Fläche hierzulande seit dem letzten Jahr um 7% verkleinert wurde. Regional und währungsbereinigt betrachtet verbuchte Esprit einen Rückgang von 2,6% auf 4,391 Mrd. HK-Dollar (494 Mio. Euro), in lokalen Währungen schaffte Esprit mit -0,1% fast ein Pari. „Ähnlich wie in der ersten Jahreshälfte sehen wir weiterhin eine positive Entwicklung des Retailsegments (online wie offline), das die deutlich verbesserte Produktleistung als auch bessere Marketing- und Vertriebsaktivitäten widerspiegelt. Die Verbesserung konnte aber die Schwäche im Großhandelsgeschäft und die negative Entwicklung in der Region Asien-Pazifik nicht kompensieren“, heißt es in der Pressemitteilung. In der Tat wuchs das Retailgeschäft um 3,1%, während die dafür genutzte Fläche um über 7% schrumpfte. Grund dafür waren die gute Entwicklung der Womens Division (sowohl bei Esprit als auch edc), die seit Februar 2015 um 6,6% zulegen konnte, sowie der um knapp 12% gestiegene Onlineabsatz, der mittlerweile für mehr als 35% des gesamten Retailgeschäfts steht.

Für eine positive 9-Monats-Analyse reicht die gute Entwicklung im dritten Quartal allerdings nicht aus. Die Konzernumsätze sanken um 10% auf 13,705 HK-Dollar (1,54 Mrd. Euro), währungskursbereinigt lag das Minus nur bei 0,3%. Der Retail entwickelte sich dabei mit einem währungsbereinigten Plus von über 5% auf 9,039 (1,02 Mrd. Euro) deutlich besser als das Wholesale-Geschäft, das in lokalen Währungen um 9,6% einbrach.