Einsturz einer Schuhfabrik in Kambodscha verschärft Sicherheitsdebatte
In einem Vorort südwestlich der Hauptstadt Phnom Penh stürzte die Lagerhalle einer Schuhfabrik ein. Zwei Mitarbeiter starben, es gab etliche Verletzte. Der Vorfall heizt die globale Debatte um mehr Sicherheit in asiatischen Fabriken weiter an.
Debatte um Arbeitssicherheit in Asiatischen Ländern geht weiter
Nach dem fatalen Unglück in einer Textilfabrik in Bangladesch Ende April, bei der über 1.100 Menschen ums Leben kamen, geht die Serie der Hiobsbotschaften aus Asien weiter: Vergangenen Donnerstag stürzte das Dach einer Lagerhalle in Kambodscha aufgrund von Überbelastung teilweise ein. Die Stahlträger zwischen zwei Gebäuden hatten wegen der schlechten Bauweise offenbar nachgelassen. Zwei Menschen wurden getötet und viele weitere verletzt.
In der erst vor 18 Monaten eröffneten Zuliefererfirma „Wing Star Shoes“ sind Betroffenen zufolge rund 8.000 Personen beschäftigt. Unter anderem wurden dort Schuhe der japanischen Marke Asics hergestellt. Die Firma hat bereits ihr tiefes Mitgefühl ausgedrückt und will Vorkehrungen treffen, um die Sicherheit aller Mitarbeiter seiner Zulieferer an ihren Arbeitsplätzen zu verbessern.
Die Tragik an der Geschichte: Trotz der kläglichen Zustände in der Firma würden die Mitarbeiter ihre Jobs dort nie aufgeben, trotz der schlechten Bezahlung. Das Einstiegsgehalt liegt aktuell bei 75 US-Dollar pro Monat. Seit September 2012 wurde dort aufgrund der niedrigen Löhne und der schlechten Arbeitsbedingungen bereits dreimal gestreikt. In Kambodscha wird, ebenso wie in Bangladesch, vor allem für ausländische Konzerne produziert. Der Vorfall zeigt, dass sich die schlechten Arbeitsbedingungen also nicht nur auf ein Land reduzieren lassen. Vor allem der Textil- und Schuhbranche wird vorgeworfen, zu Gunsten des Profits die Arbeitssicherheit und würdige Bedingungen zu vernachlässigen und damit den Verlust von Menschenleben in Kauf zu nehmen.
Kleiner Lichtblick: Vergangene Woche wurde von vielen Schwergewichten in der Textil- und Bekleidungsindustrie ein Brandschutzabkommen für Textilfabriken in Bangladesch unterzeichnet, was einen kleinen Schritt in die richtige Richtung bedeutet.






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