Weitgehend krisenresistent zeigt sich die deutsche Bekleidungsindustrie, die ihre Umsätze im vergangenen Jahr um über zwei Prozent steigern konnte, auch wenn einige Exportmärkte empfindliche Einbußen hinnehmen mussten. Importiert wird dagegen weiter wie bisher.

Die deutsche Bekleidungsindustrie importiert weiter weitgehend aus Fernost

Die deutsche Bekleidungsindustrie importiert weiter primär aus Fernost

„Trotz der Krisen in aller Welt, starken Währungsschwankungen und den Exporteinbrüchen in Russland und der Ukraine konnten die Unternehmer mit vermehrten Kräften dieses schwierige Jahr bewältigen“, sagt Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion. „Die Gesamtumsätze der deutschen Modeindustrie in 2014 haben die Hersteller nicht enttäuscht.“ Immerhin stiegen die um 2,2% auf geschätzt rund 12 Mrd. Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag dagegen 2,4% unter dem Vorjahr 2013, ebenso wie die Zahl der Betriebsstätten, die um 3% zurückging.

Der Export stellt nach wie vor eine wichtige Säule im Umsatzgefüge dar, auch wenn die Exporte nach Russland und die Ukraine um 10% bzw. 25% zurückgegangen sind. Wichtigste Exportmärkte bleiben ohnehin die westeuropäischen EU-Staaten: Österreich, Niederlande, Frankreich, Schweiz, Belgien und Großbritannien; erst dann folgen Polen und Russland, wiederum gefolgt von den Mittelmeeranrainern Italien und Spanien. Die größten Zuwächse im Export wurden im Vereinigten Königreich erzielt (+25%).

Auch die Liste der Importländer bleibt weitgehend identisch mit der des Vorjahres: „Entgegen der Vermutung, dass sich die Beschaffung der Bekleidungsindustrie wieder zurück nach Osteuropa bewegt, ist der Zuwachs in Fernost mit einem Plus von rund 7% ungebrochen, während Osteuropa demgegenüber um 1,8% zulegte“, erläutert GF-Präsident Seidensticker den aktuellen Importtrend. Die Top-Ten-Einfuhrländer sind damit: China, Bangladesch (trotz der Skandale mit einem Plus von 7%), Türkei, Niederlande, Indien (+15%), Italien, Vietnam, Kambodscha, Pakistan (+25%) und Indonesien.

Für das laufende Jahr ist die Branche verhalten optimistisch: „In 2015 wird es weiterhin verstärkt darum gehen, den weltweiten Krisen, die sowohl die Export- als auch die Importmärkte betreffen, mit flexiblen Alternativen zu begegnen“, prognostiziert Seidensticker.

Foto: DW