Lange, lange hat es gedauert, aber nun soll endlich alles in trockenen Tüchern sein. Das Amtsgericht Essen hat heute Nachmittag den Insolvenzplan angenommen. Damit ist die Übernahme durch den Investor Nicolas Berggruen in letzter Instanz bestätigt. Schon am 1. Oktober soll Berggruen Herr über die Karstadt Warenhaus GmbH sein.

Da lacht er: Bei Berggruen ist nun alles fertig eingetütet und verhandelt

Nachdem gestern immer noch zwei Unterschriften zur Entscheidung fehlten, sieht es seit heute Nachmittag schon wieder ganz anders aus. Berggruen hat für sein Konzept grünes Licht bekommen und bereits vor dem endgültigen Entscheid heute Nachmittag, mit Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und der deutschen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, die Karstadt-Rettung in einer Filiale in Berlin verkündet. Zuvor hatten der Deutsch-Amerikaner und das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet die Mietverträge unterschrieben. Die darin vereinbarten Mietsenkungen waren Bedingung für den Einstieg von Berggruen. Wie angekündigt wurde, soll Berggruen die Schlüsselgewalt für Karstadt bereits am 1. Oktober erhalten.

Berggruen sagte: „Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben. Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin.“ Der 49-jährige Milliardär Berggruen will 70 Mio. Euro eigenes Kapital in das Unternehmen investieren. Die Ministerin von der Leyen freute sich für das Unternehmen mit rund 25.000 Angestellten, äußerte jedoch noch Bedenken: „Es ist ein großer Tag der Freude für Karstadt. Karstadt ist noch nicht über den Berg, aber mit Nicolas Berggruen gibt es eine reelle Chance, das Unternehmen wieder flottzumachen“, so die Ministerin. Die Arbeitsplätze und 120 Filialen will Berggruen erhalten. Die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Konkurrent Metro muss die Hoffnung auf die Übernahme von Karstadt-Warenhäusern jetzt endgültig begraben.

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