Die Situation den Denim-Crusoes ist ziemlich f**ked up, wie es die Macher selbst zusammenfassen. Das Experiment von einer besseren Welt für die Dummen und Mutigen ist an den typischen Realo-Problemen gescheitert - aber es macht Spaß, es sich anzuschauen.

Diesel Island_Constitution

Da war die Welt (oder besser: die Insel) noch in Ordnung: Die Diesel-Bohemiens geben sich ihre Verfassung

Alles hatte im März dieses Jahres so schön und mit soooo großen Visionen begonnen: Diesel Island – Land of the Stupid, Home of the Brave. Anstatt das „least fucked-up country of all” mit stylish-gekleideten Bohemiens zu kreieren, scheiterte die junge Nation an Systemkrankheiten, von denen schon George Orwell einige in der „Farm der Tiere“ beschrieb: Korruption, Machtspielchen und Sex-Skandale.

Nach einem kurzzeitigen Hoch, bei dem die Inselbewohner dem Wort Leg-islative musisch und kreativ eine ganz neue Bedeutung verpassten („Unruhestifter werden nicht ins Gefängnis gesteckt, aber auf die Kunsthochschule“), ist der schöne Traum ausgeträumt und die Insel dem Untergang geweiht: Diesel Island wurde nach nur neun Monaten von der Realität eingeholt und ist mit den üblichen Skandalen und Skandälchen konfrontiert: Der Präsident wird mit der Ehefrau des Premier erwischt und der Premier treibt es mit dem Vize-Präsidenten, Bankkonten der Bürger werden eingefroren und ihre Ersparnisse als Eiswürfel benutzt, soziale Ungerechtigkeit Proteste, Guerilla-Kämpfe, Drogen-Kartelle, Kriminalität, Reality-Shows und – am allerschlimmsten: Pop-Teen-Idols.

Die Idee, die zum Schmunzeln anregte und 360 Grad am POS, Online und in Print unter dem Diesel-Motto “Be stupid” inszeniert wurde, findet nach nur zwei Saisons ihr traurig-amüsantes Ende. Hinter der Idee der eigenen Diesel-Nation stand die Werbeagentur Santo London in Zusammenarbeit mit Nieto und Stink Digital. Die Umsetzung der aufwendigen Webseiten-Applikationen für die AW-Kollektion übernahm TheFWA.

Schade, dass der Traum nicht lange währte…