Der Schweizer Modeanbieter muss im ersten Halbjahr wegen widriger Wetterbedingungen ein leichtes Umsatzminus hinnehmen, kann aber dank striktem Management die Margen verbessern. Das EBITDA rutschte sogar in die schwarzen Zahlen. Unterm Strich bleibt allerdings ein zweistelliger Millionenfehlbetrag.

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Bei Charles Vögele läuft es wieder besser, allerdings stehen unterm Strich noch rote Zahlen

Die Charles Vögele Gruppe sieht Licht am Ende des Tunnels: Trotz schwieriger Marktbedingungen im ersten Halbjahr scheint sich das in die rote Zahlen gerutschte Unternehmen auf dem Weg der Besserung zu befinden. Während der gesamte westeuropäische Textil- und Modemarkt wetterbedingt mit drastischen Umsatzeinbußen zu kämpfen hatte, sank der Nettoumsatz des Schweizer Konzerns um 4% auf 466 Mio. CHF (377 Mio. Euro). Währungs- und flächenbereinigt lag das Minus bei 5%. Während in den BeNeLux- und der CEE-Region der Umsatz auf oder sogar leicht über dem Vorjahresniveau gehalten werden konnte, schlossen die Schweiz und Deutschland leicht unter dem Markt ab.

Während die Frequenz abnahm, sich die Frühjahrsware nur schleppend verkaufte und andere Händler zu vorgezogenen, teilweise drastischen Ausverkäufen animierte, fokussierte das Management ein gezieltes Abschriftenmanagement: „Wir haben uns durch die frühen Preisnachlässe nicht verunsichern lassen und den Ausverkauf plangemäß erst im Verlauf vom Juni gestartet – so profitierten wir von besseren Margen“, erklärte CEO Markus Voegeli. Dadurch lag der Bruttogewinn mit 303 Mio. CHF 6% über dem Vorjahreswert. Wegen des straffen Kostenmanagements konnte der Betriebsaufwand erneut um 11 Mio. auf 299 Mio. CHF gesenkt werden. Das EBITDA rutschte dadurch nach -23 Mio. CHF im Vorjahr auf +4 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich von -49 Mio. auf -16 Mio. CHF. Der Konzernverlust konnte von -54 Mio. CHF auf -21 Mio. CHF mehr als halbiert werden.

Weiter so

Für das zweite Halbjahr bleibt die Umsetzung der eingeleiteten Turnaround-Maßnahmen oberste Priorität. Dazu gehört auch der schrittweise Rückzug aus Polen und Tschechien. Über die Fortsetzung des Engagements in Ungarn soll im Herbst 2013 entschieden werden. Gleichzeitig wird je nach Markt die Filial-Formatstrategie, die operative Warensteuerung und die Marketing-Effizienz sondiert. Aufgrund der verschiedenen Maßnahmen rechnet die Konzernleitung zum Ende des Jahres mit einem deutlich verbesserten Betriebsergebnis.

Führungsriege komplett

Gleichzeitig teilte der Konzern mit, dass Markus Voegeli in seiner Funktion als CEO und CFO vom Aufsichtsrat bestätigt wurde. Mit Unterstützung der neu aufgestellten Führungsriege – Matthias Wunderlin als neues Chief Sales Officer und Beatrice Grünwald als neuem Chief Purchasing Officer – verfügt Charles Vögele ab dem vierten Quartal über eine vollständige Konzernleitung, die „die eingeschlagene Strategie zur Rückführung zu profitablem Wachstum weiter vorantreiben wird“. Gleichzeitig wird das Managementteam von der Unternehmensberatung Roland Berger bei der Umsetzung der Maßnahmen unterstützt.

Foto: Charles Vögele