Gerry Weber setzt offensichtlich nicht nur auf organisches, sondern auch externes Wachstum. Zum 1. April übernimmt der erfolgreiche Modekonzern aus dem westfälischen Halle den Deutschland-Ableger der israelischen Modekette.

Castro-Store-Deutschland

Castro wurde an Gerry Weber verkauft

Heute teilte die Gerry Weber International AG mit, dass das Unternehmen die Castro Deutschland GmbH & Co. KG übernehmen wird. Per 1. April wird Castro eine Tochtergesellschaft des Modekonzerns sein. Castro betreibt derzeit acht Retail-Stores in Deutschland, in Köln (2x), Stuttgart, Nürnberg, Münster, Weiterstadt (2x) und Leverkusen. Die Immobilien in der Kölner und Stuttgarter Innenstadt sollen zu Gerry Weber Flagship Stores weiterentwickelt werden. „Wir investieren in die beiden Standorte einen siebenstelligen Betrag“, sagt Retail-Geschäftsführer Thomas Kronefeld.

„Es freut mich sehr, dass es uns gelungen ist, mit Castro eine für beide Seiten akzeptable Einigung zur Übernahme des Deutschlandgeschäftes zu finden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Gerhard Weber. Castro will den deutschen Markt verlassen, da das Unternehmen hierzulande und einige Jahre nach dem Markteintritt immer noch in den roten Zahlen schreibt. „Über ein Jahr lang hat das Deutschland-Geschäft unter sinkenden Umsätzen gelitten, die das Unternehmen auf mehrere Faktoren schiebt: die Wirtschaftskrise in Europa, der Verfall des Euros und der Wechsel zu Discount-Modeanbietern und ein zunehmender Trend zum Onlineshopping. In Anbetracht dieser Faktoren haben wir eingesehen, dass es noch mehrere Jahre dauern würde, um unser Deutschland-Geschäft profitabel zu machen. Stattdessen haben wir uns entschieden, die Gesellschaft zu verkaufen“, erklärte Castro Co-Vorstandsvorsitzende Gabi Roter in der Jerusalem Post. Auch die Aktivitäten in der Schweiz sollen in Kürze verkauft werden.

Gerry Weber dagegen macht glänzende Geschäfte und klettert von einer Rekordmeldung zur nächsten. Im aktuellen Geschäftsjahr 2010/2011 (Stichtag: 31. Oktober) peilt das Unternehmen einen Umsatz von 700 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von 14% an. Aus diesem Grund weist CEO Gerhard Weber weitere Übernahmen auch nicht per se von der Hand: „Durch unsere ausgezeichnete Liquiditäts- und Eigenkapitalsituation sind wir in der Lage, diese und etwaige zukünftige weitere Akquisitionen im Retailbereich aus Eigenmitteln abzubilden.“

Foto: Castro Deutschland