Das britische Traditionshaus wird zum Edel-Filialisten: Mittlerweile erlöst das Unternehmen fast 70 Prozent des Umsatzes mit Retail-Aktivitäten. In Zukunft sollen die Retail-Flächen um weitere zehn Prozent vergrößert werden.

Burberry Flagship Store Sparkle Roll, Beijin

Burberry will weiter mit Retailstores wachsen

Im zweiten Halbjahr (Stichtag: 31. März) hat die Burberry Group plc nach vorläufigen Zahlen einen 30%igen Anstieg des Gesamtumsatzes in Höhe von 860 Mio. Britischen Pfund (ohne Spanien), umgerechnet 977 Mio. Euro, verzeichnet. Stärkster Umsatztreiber waren wie bisher die Retail-Aktivitäten, die ihren Absatz von 415 Mio. Pfund um 42% auf 596 Mio. Pfund erhöhten und mittlerweile knapp 70% zum Gesamtumsatz beitragen. In allen Regionen wurde ein zweistelliges Plus erzielt, wobei die Umwandlung der akquirierten China-Franchise-Filialen in eigene Retail-Flächen für den größten Zuwachs sorgten. So wurde die durchschnittliche Verkaufsfläche in den letzten sechs Monaten des Geschäftsjahres um über 26% erweitert. Besonders stark nachgefragt wurden die Linien Prorsum und Burberry London. Flächenbereinigt lag das Plus bei 13%.

Im Bereich Wholesale verbuchte Burberry ein Plus von 14% auf 214 Mio. Pfund, wobei das Plus inkl. des übernommenen China-Franchise-Geschäft bei 29% gelegen hätte. Insbesondere der Bereich Menswear konnte hier starke Zuwächse verbuchen. Die Lizenzerlöse sanken um 5% auf 50 Mio. Pfund. Regional betrachte ist der Asien-Pazifik-Raum mit einem Umsatz von 281 Mio. Pfund (+70%) der umsatzstärkste Markt, danach folgen Europa mit 254 Mio. Pfund (+13%) und Amerika mit 228 Mio. Pfund (+22%). Auch die Restrukturierung des spanischen Geschäfts wurde im Februar abgeschlossen und konnte letztlich 17 Mio. Pfund zum Gesamtumsatz beitragen.

„Burberry hat einen starken Endspurt im Geschäftsjahr hingelegt, der geprägt war von unserem Design, unseren digitalen Marketing-Initiativen, unserem Retail-Geschäft sowie von unserem frühen und guten Start in China“, freut sich CEO Angela Ahrendts. Sie erwartet, dass das bereinigte Ergebnis vor Steuern (EBT) am oberen Ende der Erwartungen liegt.

Weiterer Ausbau der Retail-Aktivitäten in 2011/12

Für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 ist Ahrendts sehr zuversichtlich und erwartet, dass Burberry trotz der globalen Herausforderungen erneut überragend abschließen wird. Der Optimismus basiert im Wesentlichen darauf, dass die Retail-Aktivitäten weiter ausgebaut werden sollen – die Fläche soll um 12 bis 13% bzw. 20 bis 25 neue Stores vergrößert werden mit dem Fokus auf Schwellenregionen wie China, Lateinamerika und den Mittleren Osten. Für das Wholesale-Geschäft erwarte sie ein zweistelliges und für die Lizenzgeschäfte ein mittleres einstelliges Plus.