Big Time – for the bold & the brave brands: Das ist der Titel und das Motto der nächsten Ausgabe der Berliner Leitmesse für Urban- und Streetwear. Und Messechef Karl-Heinz Müller meint es offenbar sehr wörtlich: Zugelassen werden nur solche Brands, die die Anerkennung in der Community genießen. Der Rest soll draußen bleiben, auch wenn es zu Flächenverlusten kommt.

Der Name und der Standort bleibt - ansonsten gibt es gravierende Veränderungen auf der Bread & Butter

Big time auf der Bread & Butter: Nur für die Kühnen und Mutigen der Branche

Die Bread & Butter ist und bleibt Karl-Heinz Müllers Baby – und er hat vor, sein Werk zu bewahren und den Zeitenwandel selbst mitzugestalten. Nach den zwei letzten Ausgaben wurden Rufe nach einer Neugestaltung der Messe laut. Müller hat die Rufe gehört und kündigt per Pressemitteilung eine  Neupositionierung an. „Wir werden nur Brands und Labels akzeptieren, die die dringend notwendige Akzeptanz in der Community genießen“, kündigt Müller couragiert an und stellt sich bewusst dem Verlust von Flächen, allerdings in der Hoffnung, dass „potentielle Aussteller diesen mutigen Schritt honorieren werden“. „Wir kommen nicht umhin, unsere Aussteller künftig noch sorgfältiger auszuwählen. Unsere relevanten Top Brands erwarten eine strikte Selektion und die Korrektur der Nachbarschaften. In der Konsequenz werden wir uns von einer Reihe bestehender, auch langjähriger Aussteller trennen“. Gemeint sind damit wohl die Vertikalen wie Tom Tailor oder eine Reihe kommerzieller skandinavischer Womenswear-Labels, deren Aufnahme bei einigen Ausstellern sauer aufstieß. Insgesamt 200 Marken und Labels werden es wohl nicht mehr auf die Brand List schaffen.

Außer der gekürzten Brand List soll die Hallenaufteilung neu geordnet werden. Neue Areas sollen in enger Absprache mit den Ausstellern geschaffen werden, die Nachbarschaften neu sortiert werden. Schon in den nächsten Tagen soll den Marken und Labels eine Absage erteilt werden, mit denen man in Zukunft nicht mehr zusammen arbeiten kann und will.

Als internationale Leitmesse im Street- und Urbanwear-Segment muss die Bread & Butter die „treibende Kraft“ sein und nicht die Getriebene sein. Die angekündigte Terminverschiebung um einen Tag nach vorne hat gezeigt, dass sich zu viele andere Veranstaltungen an die Fersen des Leitwolfs geheftet hatten, um von ihm zu profitieren. Aus der angestrebten Entzerrung der Berliner Fashion Week wurde mithin nix. Trotz der zahlreichen Trittbrettfahrer steht Müller voll und ganz hinter dem Standort Berlin: Es ist die beste Stadt für die Bread & Butter, stellt er anschließend an ein Resümee der letzten Jahre in Köln, Berlin und Barcelona fest.

Fest steht, Müller hat geschafft, die Bread & Butter in den letzten zehn Jahren immer wieder neu zu erfinden und  an die räumlichen, branchenspezifischen und wirtschaftlichen Veränderungen anzupassen – es bleibt abzuwarten, ob es auch 2013 gelingen wird.

Foto: Bread & Butter