Weil viele Kunden die Frankfurter Innenstadt am Wochenende aufgrund der Großdemonstrationen mieden, verlor der lokale Einzelhandel „mehrere Millionen Euro“. Neben der Euro-Krisenpolitik kritisierten die Demonstranten in diesem Jahr auch die ausbeuterische Textilindustrie.

Blockupy_Frankfurt 2013_Demonstranten

Demonstranten kritisieren die EU-Krisenpolitik, das Bankensystem und in diesem Jahr auch die Ausbeutung in der Textilindustrie

Blockupy Frankfurt_2013_Polizeiabsperrung

Die Absperrung der kompletten Innenstadt wurde von vielen als übertrieben empfunden

Zum zweiten Mal in Folge war Frankfurt im Mai Zentrum der kapitalismuskritischen Blockupy-Bewegung. Die Aktivisten blockierten nicht nur die Europäische Zentralbank sondern auch Einkaufsmeile Zeil, eine der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Europas. Die Kapitalismusgegner demonstrierten in diesem Jahr nicht nur gegen Großbanken oder EU-Spar- und Krisenpolitik sondern auch gegen die Ausbeutung in der globalen Textilindustrie und die Beschäftigungsverhältnisse im Einzelhandel. Unter dem Motto „Blockupy Zeil“ versammelten sich am Freitagmittag mehrere hundert Aktivisten vor der Primark-Filiale und blockierten weitere Geschäfte und das Einkaufszentrum MyZeil. Auch vor den Geschäften des Terminal 1 im Frankfurter Flughafen wurde gegen Missstände und Ausbeutung in der Bekleidungsindustrie demonstriert. Die Proteste wurden zügig von der Polizei aufgelöst. Bis auf ein paar fliegende Farbbeutel blieben die Demonstrationen am Freitag friedlich.

An den Hauptdemonstrationen am Samstag hatten sich laut Veranstalter rund 20.000 Menschen beteiligt. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 7.000. Teilweise kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Sicherheitsbehörden hatten die Innenstadt frühzeitig und komplett abgeriegelt. Laut dem hessischen Handelsverband sorgten sowohl die Absperrungen als auch die Medien-Berichterstattung dafür, dass viele Kunden die Innenstadt mieden. Frankfurts Einzelhändler schätzen, dass die Blockupy-Bewegung an diesem Wochenende zu einem Umsatzausfall von „mehreren Millionen Euro“ geführt hat.

Fotos: via flickr/linksfraktion / Martin Krolikowski