Die Leiden des jungen P: Trotz zahlreicher Initiativen und Kollektionserweiterungen hinkt der dänische Modekonzern bei Umsatz und Ergebnis den eigenen Erwartungen hinterher. CEO Anders Holch Povlsen - drittreichster Däne - fordert, dass die Gruppe noch leidenschaftlicher arbeiten muss, um profitabler zu werden.

Jack & Jones_Vero Moda Store

Der eigene Retail muss profitabler werden, fordert Bestseller-Chef Polvsen

Der dänische Modekonzern Bestseller A/S (Vero Moda, Jack & Jones, Vila, Only, name it, mamalicious, Selected und einige mehr) muss im Geschäftsjahr 2012/13 wieder eine kleine Schlappe hinnehmen, denn das Unternehmen wächst nicht wie erhofft, trotz der Einführung neuer Linien wie Juna RoseJacqueline de Yong oder Noisy May.

Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem die Gruppe einen Umsatzrückgang von 5% und einen Gewinneinbruch von 48% verkraften musste, lief es dennoch ganz gut. Das am 31. Juli 2013 beendete Geschäftsjahr konnte mit einem Umsatzplus von 6% auf 2,6 Mrd. Euro abgeschlossen werden. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich um 16,6% auf 192,4 Mio. Euro, weil es noch immer von laufenden Investitionen in Logistik, Retail und IT geprägt war.

Grundsätzlich sei er zufrieden, dass Bestseller in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld mit sinkenden Preisen wieder Zuwächse verbuchen konnte, jedoch liegen die Ergebnisse unter den Erwartungen, räumt CEO und Eigner Anders Holch Povlsen ein. Insbesondere das Vorsteuerergebnis hält er für „unzufriedenstellend“ und will im laufenden Jahr alles daran setzen, die Ergebniszahlen zu verbessern. Während es im Großhandel „positive Entwicklungen“ gab, blieb der eigene Retail margenschwach. Dort will Povlsen ansetzen: Durch mehr Fokussierung, schnellere Lieferungen und eine engere Zusammenarbeit mit den Retailpartnern sollen Prozesse vereinfacht und Kosten gesenkt werden, um so ein „gesünderes Verhältnis zwischen Umsatz und Ausgaben“ zu schaffen. „Parallel müssen wir uns auf unser Kerngeschäft – unsere Produkte – konzentrieren. Wir müssen stärker businessorientiert denken und unsere Design- und Produktentwicklung stärken. Wir müssen noch leidenschaftlicher und entschlossener daran arbeiten, unseren Kunden die richtigen Produkte zu liefern“, so Polvsen weiter. Für das laufende Jahr rechnet er mit moderatem Wachstum beim Umsatz und weiteren Ergebnissteigerungen.