Berlin: Modischer Endspurt mit Anja Gockel, Michalsky und Unrath & Strano
Wie immer eröffnete Anja Gockel den Freitag bei der Berliner Fashion Week. Die StyleNite von Michalsky rundete den Freitag ab. Außerdem zeigten Blacky Dress, Patrick Mohr, Kilian Kerner, Marcel Ostertag und einige mehr, was im nächsten Winter getragen werden soll.
Anja Gockel war wie in den letzten Jahren bereits mit den Hähnen wach und ließ dieses Mal die 72-jährige Veruschka (alias Gräfin von Lehnhoff) und Franziska Knuppe (38) über den Catwalk laufen. Unter dem Titel „Signs“ setzte Gockel mit fließenden, femininen Stoffen und weiblichen Schnittformen Zeichen – für unverstellte Weiblichkeit und Natürlichkeit.
Weiblichkeit und Stil sind keine Frage des Alters, beweist Veruschka bei Anja Gockel
Das Designer-Duo von Blacky Dress bestach durch unkonventionelle Material-Mixe: Grober Strick traf auf Leder, Pailletten oder Lurex. Neben Signalrot setzte man auch auf herbstlich-warme Farben wie Cognac, Kupfer, Goldgelb, die mit purem Schwarz oder Weiß kontrastierten.
Immer gut angezogen: Blacky Dress zeigte eine tragbare Kollektion in Herbsttönen
Das Design-Terrible Patrick Mohr zeigte sich ungewöhnlich brav und normal und präsentierte bodenständige elegante Street-Looks mit graphischen Mustern in gedeckten Erdtönen, die hin und wieder durch ein signalrotes Detail aufgepeppt wurden.
Keine Glatzen, keine Bärte, kein Skandal: Wird Patrick Mohr "konsumig"?
Das Thema Liebe stand wieder im Fokus des Designers Kilian Kerner, der mit androgyn-wirkenden Entwürfen und cleanem Business-Chic überraschte. Übergroße Blazer und flache Schuhe gaben Abendroben ein Übermaß an Understatement. Boyfriend-Cuts bestimmten die weibliche Kollektion, Männer zeigten sich entspannt mit dunklem Feinstrick.
Wenn man wirklich liebt: So interpretierte Kilian Kerner das Thema
Am Freitagabend folgte dann das Celebrity-besetzte Highlight im Tempodrom: Michael Michalsky kombinierte in seiner StyleNite erneut Mode, Musik und Jugendkultur. Als Pre-Acts zu seiner Show zeigte das Münchner Traditionshaus Roeckl winterliche Accessoires. Nachdem Frida Gold das Publikum mit ihrem Song begeisterte, präsentierte das Berliner Designerlabel C’est Tout feminine Looks für den nächsten Winter: Die Designerin Katja Will kombinierte französischen Chic mit lässigem Style und schmückte ihre leichten, fließenden Silhouetten mit Fantasie-Animal- oder Tribal-Prints. Nach einem erneuten Live-Act, diesmal von Marina and the Diamonds, zeigte der Meister selbst, wie er sich „LUST“ im Winter 2012 vorstellt. Die Kollektion überraschte mit tiefausgeschnittenen Kleidern, neuartigem Volumen, kräftigen Prints und viel Transparenz – ohne den typisch-markanten Michalsky-Schnitt zu verlieren. Inspirieren ließ sich der Designer dabei von dem wilden Leben in den 70er Jahren. Übrigens: Wer nicht dabei sein konnte, kann sich die StyleNite hier anschauen:
LUSTvolle StyleNite bei Michalsky: Viel nackte Haut und 70er Jahre-Charme prägten seine Entwürfe
Parallel zeigte das Berliner Designer-Duo Unrath & Strano in einem stillgelegten U-Bahnhof am Potsdamer Platz nach einem gesetzten Dinner Roben und Kleider für den besonderen Auftritt. Geometrische Schnittformen und diagonale Raffungen betonten die weibliche Silhouette auf neue Weise.
Unrath & Strano: Wallende Roben im Untergrund
Am Samstag präsentierte Marcel Ostertag nicht nur erneut sich selbst (mit Wallemähne und High-Heels), sondern auch edle Entwürfe in schimmernden Grün-und Brauntönen, die durch einen gekonnten Material-Mix bestachen: Brokat, Strick, Lurex und Seide. Kleine Details wie Fransen, Federn und Schleifchen machten das Bild perfekt.
Glimmernder Abschluss: Marcel Ostertag ließ es sich nicht nehmen, wieder selbst über den Laufsteg zu gehen
Bilder: Media MBFW Berlin, Anja Gockel, Michalsky, Unrath & Strano







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