Knallharte Absage: Adidas-Konzernlenker Hainer hat kein Interesse an dem Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin, sondern will es aus eigener Kraft schaffen, sich in dem Outdoormarkt zu etablieren. Bei Reebok sieht er fünf Jahre nach der Übernahme endlich den erwarteten Wachstumsschub - aber da geht noch was.

Herbert Hainer sieht noch viel mehr Potential bei den Adidas-Marken

Den Spekulationen um eine Übernahme des Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin setzt Adidas-Chef Herbert Hainer mit einem klaren „Nein“ ein Ende: „Adidas wird Jack Wolfskin definitiv nicht kaufen. Wir haben das geprüft und so entschieden, da wir mindestens genauso viel Potenzial mit der Marke Adidas im Outdoor-Bereich haben. Bisher haben wir das nur unzureichend ausgespielt“ erklärt er in einem Interview mit dem Handelsblatt. Derzeit würde Adidas mit seiner Outdoor-Sparte knapp 200 Mio. Euro Umsatz machen – ähnlich viel wie Jack Wolfskin, dennoch würde keiner auf die „Idee kommen, dass Adidas auch eine Outdoor-Marke ist“, so Hainer weiter.

Statt sich mit dem deutschen Tatzen-Hersteller eine weitere Übernahme zuzumuten, deren Integration man abwarten müsse, erfreut sich Adidas lieber an dem einstigen Sorgenkind Reebok. Hier zeigt sich, was für Entwicklungspotential in der 2005 akquirierten Marke schlummere. Seiner Meinung nach fängt Reebok „jetzt gerade erst an zu blühen“. In der Tat ist der Umsatz in den USA dank eines verstärkten Fitness- und Trainingsfokus im letzten Quartal um 30% gewachsen – international und im Textilgeschäft geht also noch einiges, hofft Hainer. Um Reeboks Profil weiter klar zu definieren, hält Hainer sogar einen Abschied aus der National Football League (NFL) für denkbar.