Es tut sich was! Nachdem es in der Sportartikelbranche lange keine bahnbrechenden Neuerungen gegeben hat, gehen die beiden Rivalen Adidas und Nike mit 3D-Druck, vollautomatischer Produktion und Individualisierung ins Rennen.

Ein adidas Schuh aus dem Drucker? - Bald gelebte Realität in Deutschland

Ein adidas Schuh aus dem Drucker? – Bald gelebte Realität in Deutschland

Zunächst gibt es nur ein individuell angepasste Laufschuhzwischen-Sohle

Zunächst gibt es nur ein individuell angepasste Laufschuhzwischen-Sohle

Nicht aus Stoffe und Gummi, sondern druckbares Thermoplastisches Polyurethan (TPU)

Nicht aus Stoff und Gummi, sondern aus druckbarem Thermoplastisches Polyurethan (TPU) werden die Schuhe gemacht

Kürzlich erst hatte Nike angekündigt, stärker auf 3D-Innovationen zu setzen. Sneaker sollen künftig nicht mehr genäht, sondern gedruckt werden – vollautomatisch, individuell anpassbar und ressourcenschonend. Auch adidas geht jetzt mit der Idee in die Offensive. Bei den Herzogenaurachern steht das Thema unter dem Namen „Futurecraft 3D“. Zunächst handelt es sich dabei nur um eine individuell, an die Dämpfungsbedürfnisse des Läufers angepasste Laufschuhzwischen-Sohle. Mittelfristig könnten aber ganze, maßangefertigte Schuhe aus dem Drucker kommen. „In Verbindung mit bereits verwendeten Datenerhebungs- und Footscan-Technologien eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten der unmittelbaren Schuhpersonalisierung direkt im Store“, heißt es bei adidas, die dafür mit dem 3D-Spezialisten Materialise aus Belgien zusammenarbeiten. „Futurecraft ist unser Sandkasten. Es geht um Material- und Prozessinnovation; darum, das Vertraute in die Zukunft zu führen. Wir vereinen die Qualität des klassischen Handwerks mit dem grenzenlosen Potenzial neuer Technologien. Futurecraft ist unsere Designphilosophie – fokussiert auf das Wesentliche, unmittelbar und zielgerichtet“, beschreibt Paul Gaudio, Creative Director bei adidas, das Projekt.

Vollautomatische Fertigung bringt Produktion zurück nach Deutschland

In die gleiche Richtung zielt auch eine weitere Kooperation, die adidas mit dem schwäbischen Spezialmaschinenbauer Manz eingegangen ist. Manz soll dafür sorgen, dass der Sportartikelkonzern bis 2020 über eine vollautomatisierte Fertigung verfügt. In so genannten „Speedfactories“, die es zunächst nur in Deutschland und den USA geben soll, sollen kundenangepasste Komponenten von Schuhen, Textilien und Accessoires vollautomatisch produziert werden. Die lokale Schuhproduktion in „Speedfactories“ ermöglicht es adidas zukünftig, Schuhe individuell, ressourcenschonend und wirtschaftlich am Ort des Verbrauchers herzustellen. Das heißt, auf adidas-Sneakern könnte tatsächlich wieder das Siegel „Made in Germany“ stehen. adidas-Markenvorstand Eric Liedtke hofft damit, „die Produktion unserer Produkte näher an unseren Konsumenten zu bringen“. Aktuell arbeitet Manz daran, die Pilotproduktion in die Serienproduktion zu überführen. Es wird damit gerechnet, dass die erste vollautomatisierte Fertigung schon nächstes Jahr in Ansbach bei Herzogenaurach in Betrieb genommen werden soll.

Fotos: adidas