Der Detmolder Schuhhersteller rechnet damit im laufenden Jahr die Umsatzmarke von 1 Milliarde Euro zu überspringen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, eine Bekleidungslizenz für die Marke Tamaris vergeben zu wollen.

Tamaris Schuhe

Statt teurer Langschaftstiefel waren im Winter eher Kurzstiefel und Pumps angesagt

Nach einem Umsatz von 999,3 Mio. Euro im Vorjahr, ist sich das Detmolder Familienunternehmen sicher, im Geschäftsjahr 2012/13 (Stichtag: 31. Mai) die Milliarden-Marke zu knacken. Der Auftragsbestand spreche dafür, dass ein Umsatzplus von etwas mehr als 1% auf 1,01 Mrd. Euro erreicht werde, so Firmenchef Horst Wortmann. Damit habe sich das Familienunternehmen trotz eines schwierigen ersten Halbjahres sich vom Negativtrend im Schuheinzelhandel absetzten können. Es wurden im ersten Halbjahr zwar nicht weniger Schuhe verkauft, aber die Durchschnittspreise lagen aufgrund modischer Präferenzen niedriger als in der Vorsaison, deshalb sei der Umsatz von 503,1 Mio. Euro um 1,4% auf 496,1 Mio. Euro gesunken.

Eine eigene Modelinie

Dafür konnte man beim Export zulegen: die Quote werde von 53% auf 54% klettern. Während sich Russland gut entwickelte, waren Absatzmärkte wie Großbritannien, Niederlanden und Polen eher schwierig. Zukünftig will sich die Wortmann-Gruppe stärker auf Frankreich und Österreich konzentrieren, wo insbesondere die Marke Tamaris stark beworben werden soll. Insgesamt will das Unternehmen weiter mit Systempartnern wachsen, insbesondere im Ausland, denn in Deutschland ist die Grenze für das Wachstum fast erreicht. Dagegen sei der Markteintritt nach Asien denkbar, allerdings erst in ferner Zukunft und nur mit einem geeigneten Partner.

Wachsen will das Unternehmen auch in einem anderen Geschäftsfeld. Nach einem Testlauf mit dem Baur-Versand soll nun erstmals eine Bekleidungslizenz vergeben werden. Man befinde sich in konkreten Verhandlungen mit einem Bekleidungshersteller, der eine komplette Kollektion mit modischer Ausrichtung, passend zu den Schuhen, auf den Markt bringen soll.

Einzelheiten zum Gewinn nannte das Unternehmen wie gewohnt nicht, aber Wortmann erklärte lächelnd, dass er „sehr zufriedenstellend“ ausfiel. Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf über 75%.