Steilmann noch optimistisch
Bis jemand das Licht ausmacht... Die Boecker-Modehäuser des insolventen Modekonzerns bleiben vorerst geöffnet. Der Insolvenzverwalter will die Geschäfte erst einmal stabilisieren.
Steilmann: Die Zara-isierung des Modehandels verschlafen und jetzt in der Bredouille
Der Düsseldorfer Anwalt Frank Kebekus gilt als einer der renommiertesten Insolvenzverwalter Deutschlands; zu seinen bekannteren Mandaten gehörte u.a. der Suhrkamp-Verlag. Ein weiterer großer Name ist letzte Woche dazu gekommen: Steilmann. Der in Bergkamen angesiedelte Konzern hat am Donnerstag wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind ausschließlich die Holding selbst und die zwölf Boecker-Modehäuser. Kebekus, der vom Amtsgericht Dortmund zum vorläufigen Insolvenzverwaltet bestellt worden ist, will die Geschäfte des Konzerns nun stabilisieren. Die Boecker-Modehäuser bleiben vorerst geöffnet, teilte ein Sprecher der Kanzlei am Montag mit.
Retten, was zu retten ist
Gleichzeitig seien erste Stabilisierungsmaßnahmen eingeleitet worden. Die rund Beschäftigten erhalten bis Ende Mai Insolvenzausfallgeld. „Oberste Priorität hat derzeit, die operativen Geschäfte der Gruppengesellschaften zu stabilisieren. Dazu wurden bereits erste Maßnahmen eingeleitet, denen sehr zügig Gespräche mit Handelskunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern folgen werden. Erst wenn dies gelungen ist, kann es darum gehen, Zukunftsoptionen für Steilmann auszuloten“, so Kebekus. Er ist grundsätzlich optimistisch, denn der Name Steilmann hat seiner Meinung nach „nach wie vor einen guten Ruf im Markt“, was sich bei der Findung einer Zukunftsperspektive als „sicherlich hilfreich“ erweisen könnte.
Die Steilmann SE hatte knapp fünf Monate nach dem äußerst holprigen Börsengang Insolvenz anmelden müssen. Dabei handelt es – sich anders als die WAZ titelte – nicht um einen „plötzlichen Absturz“. Das Unternehmen galt schon länger als zu behäbig in seinen Strukturen, zu unmodisch im Angebot. Wie viele andere große deutsche Modekonzerne auch, hat Steilmann die „Zara-isierung“ des Modehandels verschlafen. Auch Best-Ager wollen regelmäßig neue Ware auf der Fläche, die aktuelle Trends widerspiegelt – und nicht eine Neuauflage dessen, was schon letztes Jahr auf dem Bügel hing.






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