Ralph Lauren testet interaktive Umkleiden
Ein kleiner Schritt für Ralph, ein großer für den Handel! Die US-Lifestylemarke hat im New Yorker Flagship-Store die ersten interaktiven Umkleidekabinen installiert. Per Smart-Mirror kann man jetzt um Rat oder andere Größen bitten.
Schöne neue Welt: Mit den Smart Mirrors erhalten Händler ganz neue Möglichkeiten
Eigentlich ist das Thema nicht revolutionär, dennoch traute sich die Branche (bis auf Prada vor einigen Jahren) noch nicht recht ran – an die interaktiven Umkleidekabinen. Ralph Lauren setzte sich jetzt an die Spitze der „Integrated Commerce“-Entwicklung und installierte in seinem New Yorker Flagship-Store in der 5th Avenue acht von insgesamt 16 Spiegeln des Tech-Startups Oak Labs.
Smart Mirrors sind eine einfache, aber dezente Lösung, die das stationäre Shopping noch effizienter und bequemer machen wird. Nach Betreten der Kabine werden die Lichtverhältnisse nach den Wünschen des Kunden angepasst, ein RFID-Sensor erkennt das ausgewählte Kleidungsstück und zeigt es in verschiedenen Varianten auf dem Spiegel-Display. Ergänzende Artikel wie bspw. der passende Rock zum Pulli, andere Farben oder Größen des jeweils gewählten Produkts können einfach per Click in die Kabine geordert werden. Die digitale Interaktion hat somit doch noch einen menschlichen Touch. Am Ende der Anprobe kann sogar der Verkauf in der Kabine abgeschlossen werden.
Für den Einzelhandel eröffnet die neue Technologie durchaus viele Chancen: Kunden können viel besser bedient werden, wenn der Verkäufer weiß, was ihnen -hinter dem Kabinenvorhang- durch den Kopf geht. Viele Kunden verzichten oftmals auf den Kauf eines Kleidungsstücks, wenn ihnen Größe oder Farbe nicht zusagt. Mit den neuen technischen Möglichkeiten, bekommen sie diese Artikel direkt in die Kabine gebracht. Abgesehen davon ist – insbesondere für vertikale Anbieter wie Polo Ralph Lauren – die Nutzung von bisher komplett ungenutzter Daten deutlich interessanter: Mit der neuen Technik ergeben sich nämlich ganz neue Möglichkeiten: Dem Kunden kann nach dem Store-Besuch bspw. per eMail oder App das eine oder andere Teil, das mit in der Kabine war, erneut empfohlen werden, etwa wenn es mit Rabatt im Sale angeboten wird. Auch weitere Kombi- und Accessoires-Vorschläge können dem Kunden so im Nachgang kontinuierlich unterbreitet werden. Das ist was Healey Cypher, Co-Gründer und CEO von Oak Labs, meint, wenn er von „Integrated Commerce“ als Fortsetzung von Omnichannel spricht. Er sollte es wissen, er war bis zu seinem Start in die Selbstständigkeit Head of Retail Innovation bei eBay.






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