Bündnis gegen Gewalt: Rund 10 Prozent aller britischen Handels- oder Freizeitunternehmen sind von den gewalttätigen Ausschreitungen der letzten Tage betroffen. Die Händler fordern jetzt Unterstützung, verschiedene Unternehmen und Verbände zeigen sich mit ihnen solidarisch.

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Die verstärkte Polizei-Präsenz in London beruhigte zumindest die Lage in der Hauptstadt

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Auch vor American Apparel werden die Scherben weggeräumt

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Auch bei Burberry in Manchester ...

... oder Hugo Boss in Birmingham wurde randaliert

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RetailTrust Charity T-Shirt: Der Vergleich mit den Nazis ist wohl etwas überspitzt...

Hier kämpft nicht eine neue Generation edler, junger Robin Hoods gegen den Sheriff von Nottingham in Form von Premier David Cameron. Die eskalierende Gewaltwelle von britischen Jugendlichen trifft im Wesentlichen Großbritanniens Einzelhandel und Gastronomie.

Gewalt ohne Sinn und Verstand

Nach vier Tagen, in denen die Randalierer in 28 englischen Stadtzentren wüteten, zieht die Local Data Company eine Bilanz: Danach sind 48.404 Geschäfte, Pubs und Restaurants von den Gewalttaten direkt oder indirekt betroffen – das ist immerhin 10% aller britischen Einzelhandels- und Vergnügungs-unternehmen. Bei knapp zwei Dritteln (65%) dieser Firmen handelt es sich um unabhängige, kleinere Unternehmen mit weniger als fünf Filialen. Das zeige, wie willkürlich und gedankenlos die jugendlichen Randalierer vorgehen. Die Schäden aufgrund von Vandalismus, Plünderung oder Schließungen gehen in die Millionenhöhe. Der nationale Versicherungsverband Association of British Insurers (ABI) rechnet, dass die Schäden weit über 100 Mio. Pfund (114 Mio. Euro) liegen werden.

Randalierer vor den Haftrichter

Auch der Einzelhandelsverband British Retail Consortium (BRC) zeigt sich enttäuscht von den Randalierern, die gegen ihre zukünftigen Arbeitgeber (immerhin rund 1 Million Jugendliche im Handel angestellt) und ihre Gemeinden vorgehen. Der BRC fordert von der Regierung Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung der betroffenen Händler. Man schätze, dass die Sicherheitsbehörden zumindest die Lage in Londons Straßen wieder im Griff haben, man brauche aber mehr Ressourcen, um die Gewalt auch in anderen Städten einzudämmen. Überdies habe man Gespräche mit der Innenministerin Theresa May und dem Wirtschaftsminister Vince Cable aufgenommen, in denen es darum ging, die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen– dies war in der Vergangenheit nicht immer passiert. Die Kriminellen müssten die „volle Härte des Gesetzes“ spüren, um solche Angriffe in Zukunft zu vermeiden. „Schon viel zu lange wird Vergehen gegen den Handel eine zu geringe Priorität eingeräumt. Es stimmt nicht, dass Ladendiebstahl ein opferloses Vergehen ist, und dass die Polizei ihre Ressourcen anderweitig besser einsetzen könne“, erklärte BRC-Geschäftsführer Stephen Robertson.

eBay, retailtrust und Levi’s reagieren

Unterstützung bekommt der Einzelhandel auch von anderer Seite: So erklärte eBay, dass man im Rahmen der Krawalle und Plünderungen entwendete Waren nicht auf der Plattform verkaufen wollen würde – entsprechende Angebote werden gemeldet und entfernt. Das Unternehmen rief ihre Nutzer auf, verdächtige Waren zu melden. Die Organisation retailtrust launchte nicht nur eine Twitterkampagne unter dem Titel #highstheroes, um mit Spenden kleinere Ladenbesitzen und Angestellte zu unterstützen, sondern verkauft auf eBay auch ein Charity T-Shirt (allerdings mit einer eher zweifelhaften Botschaft), deren Erlös ebenfalls Betroffenen aus der Branche zu Gute kommen soll. Auch der Jeans-Anbieter Levi’s zeigt seine Verbundenheit, und verschob den Start der für Anfang August geplanten „Go Forth“-Kampagne in Großbritannien auf unbestimmte Zeit.

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Am stärkste betroffene Stadtzentren in Großbritannien (Quelle: Local Data Company)

Fotos: via flickr (MasterMaq, TheDevelopmentOfBirmingham, Stuart Grout, SpinneyHead), retailtrust via ebay