Michalsky: Die Mode ist tot
Der Berliner Designer veranstaltet seine StyleNite diesen Sommer wie gehabt. Beim diesjährigen Motto könnte man allerdings eher an eine Trauerfeier denken, doch Michalsky will dort etwas ganz Neues präsentieren.
Michalsky StyleNite: In so großem Umfang wird sie diesen Sommer wohl nicht stattfinden
Nachdem die letzte StyleNite offiziell aus humanitären Gründen abgesagt wurde, kehrt Michael Michalsky diesen Sommer ins Rampenlicht zurück. Seine StyleNite wird wie gehabt den Abschluss der Berliner Fashion Week bilden.
Totgesagte leben länger
Mit „Die Mode ist tot“ fällt seine Botschaft für seine nächste Show auf den ersten Blick recht drastisch aus. Auf den zweiten Blick reiht sich der Designer aber nur in einen ganzen Chor kritischer Stimmen (allen voran die holländische Trendforscherin Li Edelkoort) ein, die das aktuelle Konsum- und Industrieverhalten beanstanden. Es geht Michalsky aber nicht darum, dass sich das Kauf- und Informationsverhalten verändert haben, sondern insbesondere darum, dass innerhalb der Branche massiver Ideenklau betrieben wird. „Heute kopieren nicht die Chinesen, heute kopieren die großen Anbieter“, sagt er in einem Statement. Mit seiner „Trauerfeier“ will er ein Zeichen dafür setzen, wie schwer es kleine und unabhängige Labels haben, wenn Kopien ihrer Entwürfe bereits bei großen Ketten verkauft werden, während die eigenen Stücke erst noch produziert werden müssen.
Michalsky lässt sich von den veränderten Rahmenbedingungen nicht abschrecken, im Gegenteil! Vor dieser Herausforderung kann er „wieder freier arbeiten und unabhängiger denken“, sagt er.
Ein Ausfluss der neuen Gedankenwelt ist die Veränderung seines Labels. Unter dem Namen ATELIER Michalsky will der 48-jährige Designer im Sommer eine Couture Collection präsentieren, die Trends und Designsprache neu interpretiert. Acht Monate soll er an der Kollektion gearbeitet haben. Hohe Qualität, feine Details und aufwendigste Verarbeitung sollen den Couture-Anspruch stützen.
Und weil jetzt alles eine Nummer feiner und edler ist, gibt es am 10. Juli keine Riesenshow im Tempodrom, sondern eine exklusive Atelier-Show im Grandhotel Ritz-Carlton.
Foto: Michalsky







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