Endgültiger Schlußstrich! Der Premium-Womenswear-Anbieter aus Aschheim hat sich entschieden, Altforderungen gegenüber dem ehemaligen Schwesterunternehmen Apriori komplett abzuschreiben. Der Münsterraner DOB-Anbieter hat am Donnerstag Insolvenz anmelden müssen.

Apriori SS13

Apriori rutscht in die Insolvenz

Laurel Shop Opening In Vienna

Sauberer Neustart: Laurel kappt auch die letzte Verbindung zur Vergangenheit und schreibt Altforderungen gegen Apriori ab

Die Laurèl GmbH hat sich entschlossen, Wertberichtigungen auf Altforderungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro komplett abzuschreiben. Die Forderungen bestehen gegenüber dem damaligen Schwesterunternehmen Apriori GmbH, das wie Laurél Teil der Primera-Gruppe war, und nun beim Amtsgericht Münster Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden musste.

Die Apriori Textilvertriebs GmbH musste in den letzten Saisons unerwartet hohe Umsatzverluste, insbesondere in den Exportmärkten Russland und Südeuropa hinnehmen, und initiierte bereits vor einiger Zeit Gespräche mit potentiellen Investoren und startete Sanierungsmaßnahmen. Allerdings reichte die Zeit dafür nicht.  Von der Insolvenz sind rund 160 Mitarbeiter betroffen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Jörg Spieß bestellt. Die Unternehmensführung plant die Sanierung in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb soll in vollem Umfang aufrecht erhalten werden. Die Kollektionen der Marken Apriori und Cavita sollen termingerecht ausgeliefert werden.

„Mit der Insolvenz der ehemaligen Schwestergesellschaft wurde nun die letzte Verbindung zum längst aufgelösten Unternehmensverbund getrennt, die nur noch in Form von Forderungen aus der Vergangenheit bestand“, teilte Laurèl mit. Die Abschreibungen sollen noch im Geschäftsjahr 2012/13 (Stichtag: 30.4) voll ergebniswirksam werden, aber die Liquiditätssituation von Laurèl nicht belasten. Damit steht die Wertberichtigung auch nicht der geplanten Expansion entgegen. Das Unternehmen plant in diesem Jahr eigene Stores in Düsseldorf, Köln, Dresden, München und Shanghai eröffnen. Darüber hinaus sind sechs neue Franchise-Stores in Russland und Asien geplant. Darüber hinaus soll im Rahmen der aktuellen Expansionsstrategie auch der Ausbau der internationalen eCommerce-Aktivitäten forciert werden.

Laurèl gehörte zusammen mit Apriori und anderen Marken bis 2009 zum Escada-Konzern. Unter dem Dach der Tochtergesellschaft Primera wurden die Marken aus dem Verbund herausgelöst und an den Finanzinvestor Endurance Capital verkauft. Im Zuge dessen wurden beide Marken gesellschaftsrechtlich und organisatorisch (Backoffice, Logistik, Vertrieb) getrennt.

Fotos: Laurèl / Apriori