Wer modeln will, darf nicht hungern! In Frankreich gibt es einen neuen Vorstoß, unterernährte Models in Werbung und bei Fashion Shows zu verbieten. Wer zuwiderhandelt, muss zahlen oder ins Gefängnis.

Über 18? Einige Länder erlauben das Modeln erst ab einem bestimmten Alter und BMI – vielleicht bald auch bald im Heimatland der Haute Couture

Französische Politiker haben nach zwei im Sande verlaufenden Versuchen erneut einen Magermodel-Bann aufs Tapet gebracht. In Israel, Italien und Spanien wurden entsprechende Gesetze bereits verabschiedet.

Der von der französischen Gesundheitsministerin Marisol Touraine unterstützte Vorschlag sieht vor, dass Models einen Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 18 haben müssen. Bei einer Durchschnittsgröße von 1,78 m sollten weibliche Models demnach mindestens 56 Kilo wiegen – sonst gelten sie laut WHO als unterernährt. Agenturen sollen über die Einhaltung wachen und zukünftig ein ärztliches Attest für die gebuchten Models nachweisen. Bei Verstößen können die Verantwortlichen mit Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro oder gar einer Gefängnisstrafe rechnen.

Darüberhinaus sieht der vom linken Abgeordneten Olivier Veran eingereichte Entwurf vor, dass Verantwortliche von sog. „Pro-Anorexie“-Webseiten oder ähnlichen Publikationen ebenfalls mit Geldstrafen rechnen müssen, wenn sie Tipps zu Essstörungen geben und „Dünnsein“ verherrlichen.

Der Gesetzesvorstoß soll insbesondere Minderjährige schützen, die dürre Models als ihr „ästhetisches Ideal“ ansehen könnten.

Foto: via flickr / Eva Rinaldi