Das Schicksal von Tante Emma droht auch anderen Läden! Nach einer Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH) sorgt die zunehmende Digitalisierung für ein Handelssterben. Rund 45.000 Läden stehen in den nächsten fünf Jahren vor dem Aus.

Mehr Freiraum in 2020: Rund jedes zehnte Ladengeschäft wird innerhalb der nächsten fünf Jahre schließen

Mehr Freiraum in 2020: Rund jedes zehnte Ladengeschäft wird innerhalb der nächsten fünf Jahre schließen

Der Strukturwandel im Handel hat gerade erst begonnen. Laut der aktuellen Studie des IFH Köln „Stadt, Land, Handel 2020“ wird die Zahl der stationären Geschäfte in den nächsten Jahren weiter drastisch sinken. Vor allem die ostdeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen werden eine drastische Veränderung ihrer Handelslandschaft erfahren. Grund für die Veränderung ist neben dem allgemeinen Bevölkerungsrückgang und Alterung der Gesellschaft vor allem die zunehmende Digitalisierung. In fünf Jahren wird der Online-Umsatzanteil (ohne Güter des täglichen Bedarfs) bei über 25% liegen, im Best-Case-Szenario einschließlich täglicher Gebrauchsgüter bei 11,9%, schlimmstenfalls bei 15,3%. „Durch die dadurch entstehenden Kannibalisierungseffekte könnten in den nächsten fünf Jahren rund 45.000 stationäre Geschäfte vor dem Aus stehen. Das bedeutet: Bis 2020 droht mehr als jedem zehnten Ladengeschäft die Schließung“, resümiert das IFH Köln. Urbane Zentren in den großen Metropolen und im Südwesten der Republik werden die geringsten Auswirkungen spüren, dramatisch wird es aber im ländlichen Bereich und im Osten.

In den grünen Bereichen ist der Rückgang der Geschäfte verkraftbar. In den dunkelroten Gebieten übernimmt der Onlinehandel die Rolle des Versorgers

In den grünen Bereichen ist der Rückgang der Geschäfte verkraftbar. In den dunkelroten Gebieten übernimmt der Onlinehandel die Rolle des Versorgers

Das IFH Köln plädiert eindringlich für eine Aufwertung der städtischen Zentren in ländlichen Regionen sowie eine bessere Sortimentsgestaltung der Läden. „Damit sich auch kleinere Städte für die Zukunft attraktiv aufstellen können, muss ein Umdenken erfolgen. Noch kann der Wandel aktiv gestaltet werden. Auch Kooperationen von Standorten oder ein strategisch angelegter prozessualer Rückbau können eine Chance sein“, rät IFH-Geschäftsführer Boris Hedde.

Foto: via flickr © Scoobay // Graphik: IFH Köln