Endlich Vorstandsvorsitz! Nachdem sie als glücklose Nummer 2 bei Puma übergangen wurde, kann die erfahrene Sport- und Fashion-Managerin nun endlich doch einen CEO-Posten für sich beanspruchen. Sie wird künftig die Geschicke des Idsteiner Outdoorausrüsters lenken.

Melody Harris-Jensbach

Melody Harris-Jensbach ist neuer CEO von Jack Wolfskin

Melody Harris-Jensbach hat mit sofortiger Wirkung die Führung beim hessischen Outdoorausrüster Jack Wolfskin übernommen. Die 53-Jährige folgt damit auf CEO Michael Rupp, der seinen Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängert hatte und aus dem Unternehmen ausscheide. Der frühere Adidas-Manager Rupp hatte die Geschäftsführung Mitte 2012 von Firmenmitbegründer Manfred Hell übernommen, nachdem die Investmentgesellschaft Blackstone das Unternehmen übernommen hatte.

Gestatten, Mrs. Wolfskin

Melody Harris-Jensbach verfügt über rund 30 Jahre Branchenerfahrung. Ihre Karriere startete die gebürtige Amerikanerin mit den koreanischen Wurzeln als Designerin für Womenswear bei Esprit. 2008 wurde sie zum Chief Product Officer von Puma ernannt. Die Managerin galt auch wegen ihres Titels als Vizechefin lange als wahrscheinliche Nachfolgerin des damaligen Chefs Jochen Zeitz, der dann aber unerwartet den jungen (aber am Ende recht glücklosen) Franz Koch beförderte. Nach ihrem Abgang bei Puma kehrte Harris-Jensbach zu Esprit zurück, wo sie als Produktchefin und Vizechefin antrat, aber ebenfalls über die zweite Reihe nicht hinauskam und letztes Jahr – aus ihrer Sicht folgerichtig – das Handtuch warf. Bei Jack Wolfskin erklimmt sie nun endlich den Chefsessel. Ihr Produktwissen wird ihr von Vorteil sein, um Jack Wolfskin spitzer zu positionieren, sich gegen Konkurrenten wie The North Face auf dem stagnierenden Outdoormarkt durchzusetzen, die internationale Expansion weiter voranzutreiben und das Unternehmen – wie es Aufsichtsratsvorsitzende Axel Herberg formulierte – „auf die nächste Wachstumsstufe“ zu hieven.

Jack Wolfskin kämpfte aufgrund der sich ändernden Marktbedingungen in den letzten beiden Jahren mit Umsatzrückgängen. Während das Unternehmen 2011 noch 355 Mio. Euro umgesetzt hatte, lag der Gesamterlös in 2013 bei nur noch 324 Mio. Euro. In Folge dessen hatte Rupp die Kollektionen modernisiert, der Vertrieb gestärkt und die Expansion gen Skandinavien, Osteuropa und Russland noch stärker forciert.

Foto: Esprit