Die Fast Retailing Group, die u.a. hinter der Kette Uniqlo steht, soll nicht länger an der Übernahme der New Yorker Modekette interessiert sein. Als Grund für die Einstellung der Übernahmegespräche kann nur spekuliert werden.

J.Crew Store

Die Eigentümer von J.Crew suchen einen Exit – mit oder ohne Fast Retailing

Laut Medienberichten sollen die Übernahmegespräche zwischen der japanischen Fast Retailing Group und den Eigentümern dem US-Filialisten J. Crew zum Erliegen gekommen sein. Damit enden die Verhandlungen kurz nachdem überhaupt bekannt wurde, dass es Gespräche gab. Die Funkstille könnten beide Seiten nutzen, um die Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen, vermuten Insider.

Die Frage ist allerdings, ob es dann nicht zu spät ist. Die Private Equity-Firmen TPG Capital und Leonard Green & Partners, die seit 1997 bzw. 2010 investiert sind, sind bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Exit-Option. Ein neuer Interessent oder sogar ein Börsengang wären mögliche Alternativszenarien, sollte sich Fast Retailing nicht schnell wieder an den Verhandlungstisch zurückbequemen. Es gibt Gerüchte, dass die Investmentbank Goldman Sachs bereits an einem möglichen IPO, der zum Ende des Jahres stattfinden könnte, arbeiten soll.

Die Eigentümer erhoffen sich aus einem wie auch immer gearteten Ausstieg einen Mindestverkaufserlös von 5 Mrd. Dollar (rund 3,6 Mrd. Euro). Vielleicht war dieser Preis für Fast Retailing auch zu hoch: J.Crew steht zwar solide da und setzte im letzten Geschäftsjahr 2013/14 mit seinen mehr als 330 Stores rund 2,4 Mrd. Dollar um. Mit der Übernahme hätte Fast Retailing, die selbst noch recht wenig in den USA vertreten sind, die Chance gehabt, schneller zum größten Modehändler der USA zu werden und das eigene günstige Fast-Fashion-Angebot in den Uniqlo-Läden mit höherwertiger Mode von J.Crew zu ergänzen. Der Expansionsplan der Japaner sieht vor, in den USA jährlich rund 20 bis 30 Uniqlo-Stores zu eröffnen und bis 2020 rund 10 Mrd. Dollar im US-Markt umzusetzen. Fast Retailing setzt neben günstiger Fast-Fashion aber auch auf Premium-Marken: Unter anderem gehören bereits jetzt  Beteiligungen an Marken wie Comptoirs des Cotonniers, Helmut Lang, Theory, Princesse Tam Tam oder J.Brand zum Portfolio der Japaner.