Gute Zeiten für Luxusuhren
Zwar drücken die Wearables in den klassischen Uhrenmarkt, aber die spielen in einer anderen (niedrigeren) Liga. Während Mode aktuell einen Werteverfall erlebt, sind hochwertige Uhren weiter stark gefragt. Eine gute Uhr setzt eben ein zeitunabhängiges Statement.
Es muss nicht immer die Rolex sein: Bei Herren-Luxusuhren gibt es mittlerweile ein umfangreiches Angebot hochwertiger Uhren
Auch wenn manche beim Launch der Apple Watch prognostizierten, dass die Zeiten der klassischen Armbanduhr vorbei sind, wurden sie mittlerweile eines Besseren belehrt. Es gibt kaum Überschneidungen, die Nachfrage nach traditionellen Modellen ist ungebrochen – nicht nur als modisches Accessoire, sondern auch aus Gründen der Wertanlage. Eine Rolex, Patek Philippe, Cartier oder Brequet sind ebenso zeitlos wie eine Uhr aus dem Hause IWC, Baume & Mercier oder Glashütte. Attribute wie Genauigkeit (wohl die wichtigste Eigenschaft einer Uhr), aber auch Verlässlichkeit, Handwerkskunst und Qualität machen den Reiz dieses Investments aus.
Schaut man in die Schaufenster mit den Uhren bei Wempe in Berlin, entdeckt man eine ganze Reihe hochwertiger Zeitmesser. Es scheint als habe sich die Vielfalt der Modelle in den letzten Jahren exponentiell vervielfacht. Ähnlich wie in der Mode bringen die meist Schweizer Hersteller überarbeitete Varianten ihrer beliebten Klassiker heraus – mal mit farblich unterschiedlichen Zifferblättern, mal mit arabischen statt römischen Ziffern oder mit Diamanten statt Zahlen, mal mit Santoni-Lederbändern oder verschiedenen Stahlbandvarianten. Kaum ein Kunde dürfte – sollte er sich einmal für ein Modell entschieden haben – enttäuscht werden. Auch die Vielzahl der Linien nimmt stetig zu: Cartier etwa zeigte auf dem letzten Genfer Uhrensalon bereits zum zweiten Mal hintereinander eine neue Serie von Herrenarmbanduhren. Für die Ballon Bleu-Serie entwickelte der französische Schmuck- und Uhrenhersteller, der zum Luxusgüterkonzern Richemont gehört, eine Reihe neuer Varianten.
Klassische Edelstahl- und Goldgehäuse dominieren das Bild bei den Herrenuhren zwar noch, aber einige Hersteller wie Breitling oder Roger Dubuis wagen sich mit sportiven schwarzen Carbon- bzw. mit nahezu skelettiert wirkenden Titanium-Modellen auf den Markt. Ungewöhnlich, aber durchaus zurückhaltend im Auftreten sind etwa auch die Keramikuhren von Panerai. Bei den Damen hingegen gab und gibt es eine Explosion der Möglichkeiten. Man könnte fast von ‚Haute-Couture-Horlogerie’ sprechen. Parallel zur Modewelt gibt es bei Uhren verschiedene Grundströmungen, die die neuen Trends definieren: Einige Hersteller favorisieren den monochromen Ansatz mit schlichten Modellen in Silber, Gold oder Rosé wie man sie bspw. bei den Beluga Modellen von Ebel findet. Im Zuge des Unisex-Trends interessieren mehr Frauen interessieren sich für eine so genannte Boyfriend-Uhr denn die diamantenbesetzte Quarzuhr. Um am schmalen Frauenhandgelenk nicht zu klobig zu wirken, hat Jaeger bspw. seine Reverso in drei Größen aufgelegt. Gleichzeitig werden Damenuhren zur hochkreativen Spielwiese: Die Rendez-Vous von Jaeger-Couture mit rund 150 Diamanten und filigranen Sternbildzeichnungen ist bereits bemerkenswert, aber die „Secrets & Lights“-Serie von Piaget übertrifft die Vorstellungskraft: so filigran, so phantasievoll, dass die Uhr eher als Schmuckstück durchgeht.
Auch wenn die meist in der Schweiz angesiedelten Uhrenhersteller aktuell unter dem starken Franken und dem doch merklichen Nachfragerückgang in Asien und Russland leiden, bleiben die Preise für gute Uhren im mindestens vier- eher fünfstelligen Bereich, wobei es nach oben keine Grenze gibt. Eine Apple Watch ist dagegen recht günstig zu haben…



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