Schwächelnde Sportler! Beide Sportartikler aus Herzogenaurach starten verhalten in den Jahresendspurt. Obwohl beide Unternehmen Umsatzzuwächse verzeichnen, brechen die Gewinne im dritten Quartal ein. Die Gründe sind verschieden, die Ausgangslagen auch.

Adidas legt beim Umsatz zwar zu, muss aber bei den Ergebniskennzahlen mit weniger rechnen

Adidas legt beim Umsatz zwar zu, muss aber bei den Ergebniskennzahlen mit weniger rechnen

Branchenprimus Adidas Group verbuchte im dritten Quartal 2014 einen Umsatzanstieg von 6% (währungsbereinigt um 9%) auf 4,1 Mrd. Euro. Dabei sorgten sowohl Adidas als auch Reebok mit Zuwächsen von 12% bzw. 7% für Umsatzdynamik, während das Segment TaylorMade-adidas Golf mit Rückgängen von 36% zu kämpfen hatte. Höhere Beschaffungskosten sowie Lagerräumungsaktivitäten sorgten für eine Schmälerung der Marge. Das Bruttoergebnis legte entsprechend nur um 2% auf 1,952 Mrd. Euro zu. Das Betriebsergebnis sank um 13% auf 405 Mio. Euro.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich für den Neun-Monatszeitraum: Währungsbereinigt stieg der Umsatz um 1% (währungsbereinigt um 6%) auf 11,1 Mrd. Euro. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem Einzelhandelsgeschäft (+11% auf 2,8 Mrd. Euro), während der Großhandel stabil blieb (+2% auf 7,2 Mrd. Euro). Neben negativen Währungseffekten machte den Herzogenaurachern mit den drei Streifen vor allem das schwierige Geschäft mit der Golf-Sparte (währungsbereinigt -29%)  sowie die eingeschränkte Geschäftstätigkeit in der Region Russland/GUS zu schaffen. Gleichzeitig schlugen erhöhte Aufwendungen für den eigenen Einzelhandel sowie erhöhte Aufwendungen im Sales und Marketing zu Buche. Das Bruttoergebnis verringerte sich um 2% auf 5,4 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis entsprechend um 20% auf 927 Mio. Euro und der Vorsteuergewinn um 19% auf 892 Mio. Euro. Auch die Bilanz muss einige Negativveränderungen hinnehmen: Trotz diverser Lagerräumaktionen lagen die Vorräte auf währungsbereinigter Basis über dem Vorjahr, während die Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen. „Im Sport sind Taktik und Willenskraft entscheidende Faktoren, um erfolgreich zu sein und zu gewinnen. Beides wollen wir tun. Wir gehen davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2015 im mittleren einstelligen Bereich wachsen wird. Wir werden den Gewinn stärker steigern als den Umsatz. Gleichzeitig werden wir das Jahr 2015 nutzen, um die Grundlagen für unseren nächsten strategischen Geschäftsplan zu schaffen. Diese Zukunftsvision für die adidas Gruppe werden wir Ihnen im März 2015 präsentieren“, will der in der Kritik stehende CEO Herbert Hainer die Anleger beruhigen.

Bei Puma eine ähnliche Entwicklung – aber unter anderen Vorzeichen

Bei Puma markiert 2014 trotz sinkender Gewinne die Trendwende

Bei Puma markiert 2014 trotz sinkender Gewinne die Trendwende

Ähnlich geht es dem Konkurrenten Puma, der mit 2013 das schlechteste Jahr aber bereits hinter sich zu haben scheint und jetzt trotz durchwachsener Zahlen optimistisch nach vorne schaut. Im dritten Quartal stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 6,4% (in Berichtswährung um 3,7%) auf 843 Mio. Euro und lagen damit sogar über den Erwartungen. Insbesondere das Segment Schuhe entwickelte sich hervorragend. Für den Neun-Monatszeitraum konnte Puma ein währungsbereinigtes Plus von 2,4% auf 2,2 Mrd. Euro verbuchen. Unter Einbeziehung der Wechselkurseffekte war es insgesamt allerdings ein Minus von 2,9%. Aufgrund einer niedrigeren Rohertragsmarge sowie deutlich erhöhter Aufwendungen für Marketing ging das operative Ergebnis (EBIT) um 5% auf 117 Mio. Euro zurück. Das Konzernergebnis halbierte sich von 121 Mio. auf 69 Mio. Euro. CEO Bjorn Gulden ist trotzdem weiter optimistisch und sieht 2014 als „Trendwende“-Jahr. Die Forever-Faster-Kampagne zeige bereits positive Signale. Intern wird immer noch umstrukturiert um Umsatzquantität und -qualität zu erhöhen. Statt einer stabilen Umsatzentwicklung geht man jetzt von einem leichten währungsbereinigten Anstieg der Umsatzerlöse aus, wohingegen die Ziele für die Rohertragsmarge von „leicht erhöht“ auf „stabil“ heruntergeschraubt wurden. Die Umsatzrendite soll unverändert bei 3% liegen.