Sie sind gut, sie sind viele - aber bislang fehlte ihnen eine Stimme, die ihre Belange national und international vertritt. Die bekommen deutsche Designer jetzt - mit einem eigenen Lobbyverband mit hochkarätigen Gründungsmitgliedern.

Christiane Arp will Berlin als internationalen Modestandort etablieren

Christiane Arp will Berlin als internationalen Modestandort etablieren

Warum sind Paris, Mailand, London und New York die vier großen Modemetropolen? Sicher, es gibt dort die großen Modehäuser, die internationale Presse, die richtigen und wichtigen Stores – aber die gäbe es vielleicht nicht, wenn sich nicht einflussreiche Verbände für das Erstarken ihrer Modemetropolen eingesetzt hätten. Damit Berlin bald in der Top-Liga mitspielen kann, wurde auf der ZEITmagazin Konferenz „Mode&Stil“ die Gründung des German Fashion Design Council (GFDC) bekannt gegeben. Vorbilder sind das British Fashion Council (BFC) oder das Council of Fashion Designers of America (CFDA). Ziel ist, es deutsche Designer und Modeunternehmen zu fördern und ihre Wahrnehmung im In- und Ausland zu stärken.

„Der deutschen Modebranche mangelt es nicht an gutem Design, sondern an einer starken Lobby. Das kreative Potential in Deutschland und dessen Relevanz als Wirtschafts- und Kulturgut wird nach wie vor unterschätzt. Mit der Gründung des German Fashion Design Council haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern und uns dauerhaft organisiert und gemeinschaftlich für deutsches Design stark zu machen – und zwar 365 Tage im Jahr“, sagt Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, die den Vorsitz im neuen Verband hat. Sie hatte zum Roundtable gebeten und zahlreiche Branchenvertreter als Unterstützer der Idee gewinnen können. Bei der Premium-Messechefin Anita Tillmann rannte sie damit sicherlich offene Türen ein, denn sie spricht schon lange von der Idee eines starken Verbands. Zu den weiteren Mitstreitern gehören außerdem Melissa Drier (Berlin-Korrespondentin der WWD), Marie-Louise Berg (Berg Communications Berlin), Rechtsanwalt Carsten J. Diercks, Marcus Kurz (Nowadays), Karen Heumann (thjnk), Mandie Bienek (Press Factory), Creative Consultant Claudia Hofmann sowie Tillmann Prüfer vom ZEITmagazin).

Erste konkrete Maßnahme für die Stärkung des Modestandortes Berlin sind neben dem etablierten Vogue Salon am Mittwoch der unter der Vogue-Partnerschaft neu gegründete Berliner Mode Salon. Im Rahmen dessen gibt es im Kronprinzenpalais, Unter den Linden, eine Fotoausstellung und Defilees. Am Mittwochnachmittag präsentieren 18 deutsche Labels (u.a. Allude, Dorothee Schumacher, Iris von Arnim, lala Berlin, Odeeh, Hien Le, Dawid Tomaszewki und viele mehr) ihre H/W-Kollektionen, und zeigen damit, wie vielseitig Mode „Made in Germany“ ist.

Wir sagen: „Thumbs up!“ und „Weiter so!“

Foto: MBFWB