EuroShop rückt den POS ins rechte Licht
Der Laden muss laufen! Die Düsseldorfer Messe für den Handel lockte mehr als 109.000 Fachbesucher an. Für den Modehandel waren drei Themen von größter Bedeutung: Vernetzung der Kanäle, flexibler Ladenbau und die individuelle Inszenierung.
Storytelling im Schaufenster: Ein Mops kam in die Küche…
Curvy is sexy: Volptuous Mannequins aus Frankreich
Holz in der Hütte – in Deutschland immer noch recht selten
Ins Licht gerückt: Neue Beleuchtungssysteme setzen Akzente und sparen Strom
Vernetzt: Displays verbinden Offline und Online
Augenstern: Puppen von GenesisDisplay
Reine Bedarfsbefriedigung war gestern, heute muss der Einkauf zum Erlebnis werden – das ist dem Handel durchaus bekannt. Auf der Düsseldorfer Messe EuroShop konnten sich Store-Inhaber und Visual Merchandiser Inspirationen holen, wie die stationäre Zukunft aussehen könnte.
Die Messe für den Handel begrüßte vom 16. bis 20. Februar 2014 über 109.000 Fachbesucher aus 110 Ländern. Das übertraf nicht nur die Zahlen der letzten Ausgabe 2011 sondern auch die eigenen Erwartungen an einen guten Messeverlauf, die sich auf die derzeit hohe Investitionsbereitschaft stützen. Rund zwei Drittel der Besucher reiste aus dem Ausland an, mit deutlichen Zuwächsen aus Amerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Auch die Aussteller waren recht international vetreten: 2.226 Unternehmen aus 57 Ländern bespielten 115.000 Quadratmeter.
Mein Laden soll schöner werden
Die EuroShop profitierte von der hohen Investitionsbereitschaft des Handels: 2013 investierten deutsche Handelsunternehmen rund 6,8 Mrd. Euro in den Aus-, Um- und Neubau ihre Geschäfte. Nach einer Erhebung des EHI zeigen sich insbesondere Textil-, Sport- und Schuhhändler investitionsfreudig bzw. besser „investitionsbetrieben“, denn gerade Läden in diesem Bereich konkurrieren besonders stark mit Onlinehändlern – nur CD- und Buchhändler sind ärmer dran. Der BTE warnt sogar davor, dass kleinere Modehäuser und Boutiquen durch den Investitionswettkampf in ihrer Existenz bedroht sind.
Driven by emotion
Im Mittelpunkt der EuroShop 2014 standen vor allem zwei Aspekte: Die Inszenierung und Emotionalisierung des Shopping-Erlebnisses durch spektakulären Ladenbau, innovative und energieeffiziente Lichtkonzepte, kreative Designideen und ausgefallene Materialien, mit denen der stationäre Handel sich gegenüber dem Online-Kauf profilieren kann und zum anderen das Thema Multichannel und die damit einhergehende Integration und Verknüpfung der unterschiedlichen Kanäle (Stationär, Web und Mobile).
Besonders viel Aufmerksamkeit bekamen ungewöhnliche und individuelle Schaufensterpuppen, die in Gold oder Silber (GenesisDisplay), mit fülligen Proportionen und individuellen Posen (Voluptuous von Window Mannequins France) oder mit witzigen Grimassen und ungewöhnlichen Frisuren (Hans Boodt Mannequins) daherkommen. Auch sonst sollte viel Wert darauf gelegt werden, wie der Laden wirkt – angefangen von der Integration eines Ladens in ein denkmalgeschütztes Gebäude, über inspirierende Schaufenster bis hin zu neuen Oberflächen und Farben, die die gesamte Kulisse bestimmen. Flexible und vielseitige Warenträger und Hilfsmittel für eine wechselnde Kampagnenumsetzungen am POS sorgen für Überraschungsmomente und schonen das Budget (wenn sie denn mal angeschafft wurden). Nicht zu unterschätzen ist auch das Thema Licht, das sowohl aus energetischen als auch visuellen Gründen ‚beleuchtet’ werden sollte. LEDs sparen Strom und können mittlerweile auch gut verschiedene Licht-Situationen nachbilden. Displays von Visplay rücken die Ware nicht nur ins rechte Licht, sondern können mit Videos stimmige “Hintergrundwelten” erschaffen.
Digital unterstützte Shoppingwelten
Technik und IT spielen bei der Ladenkonfiguration eine immer größere Rolle: Die Verzahnung von Online- und Offline durch mehr oder weniger große Touchscreens sollte – wenn man sich auf der EuroShop umschaute – mittlerweile fast Standard sein. Zusätzliche Benefits präsentierte bspw. die Online Software AG, die das Cross-Selling digital perfektioniert, indem dem Kunden im Spiegel - abgestimmt auf Alter und Geschlecht - gleich der Rest des Gesamtoutfits präsentiert wird.
Vorzeige-Stores
Die Stores, die viele der präsentierten Dinge bereits beherzigt haben, wurden vom EHI Retail Institute und der Messe Düsseldorf mit den EuroShop RetailDesign Awards geehrt: der neue Breuninger in Düsseldorf, Puma im japanischen Osaka oder der kanadische Modefilialist Simons West in Edmonton, die mit einer von Polarlicht inspirierten Installation für Aufmerksamkeit sorgt, gehörten zu den Preisträgern. Die Mavis GmbH aus Düsseldorf vergab ihren ersten „Visual Merchandising World-Award“ an Nadine Nebel und ihr „Exponat „Contemplative Move“.
Inspiriert vom ewigen Eis und Polarlicht: Simons West aus Kanada
Fotos: EuroShop / Messe Düsseldorf © ctillmann





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