Aufbruchstimmung! Für die meisten Händler war der Düsseldorf-Termin - 29. Januar bis 1. Februar - gesetzt. Vor Ort war die Stimmung geschäftig bis ausgelassen - je nachdem, wo und wann man unterwegs war.

Geschäftige Stimmung auf der Gallery im Areal Böhler

Geschäftige Stimmung auf der Gallery im Areal Böhler

Nach der Arbeit das Vergnügen: Ausgelassene Stimmung auf der Fashion Net Party

Sponsoren und Gastgeber des "Fashion Net & Friends Come Together"

Sponsoren und Gastgeber des „Fashion Net & Friends Come Together“

Steilmann Show

Steilmann Show

In Düsseldorf bleiben die Akteure nicht dem status-quo verhaftet. Die erhabene Rhein-Metropole erfindet sich in ihrem Status als Modestandort weiter neu. Mit über 3.000 Brands auf Messen und in mehr als 800 Showrooms bietet Düsseldorf ein umfangreiches Programm, das es nach Berlin abzuarbeiten gilt.

Den größten Neuerungscoup landete die Gallery, die ihre Premiere auf dem Areal Böhler feierte. Die nostalgisch-urbane Industrieszenerie war vielen Besuchern einen Abstecher wert: Die Ordermesse verzeichnete ein Besucherplus von 20% im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere am Sonntag herrschte geschäftige Stimmung und rege Frequenz. Die „Alte Schmiedehalle“ und die „Halle am Wasserturm“ waren mit rund 620 Marken voll belegt, so dass über eine Erweiterung für die kommenden Saisons nachgedacht wird. Auch das Showroomkonzept, der Ausstellerpräsenz für mehr als 10 Tage, ruft bei vielen Herstellern reges Interesse hervor, bestätigt die durchführende Igedo Company. Die zeitversetzte, am Sonntag gestartete und bis Dienstag laufende Veranstaltung Red Carpet, die sich auf Anlassmode und Eveningwear konzentriert (rund 80 Marken), profitierte in der Location „Alte Federnfabrik“ von der neuen räumlichen Nähe zur Gallery auf dem gleichen Areal. Die abendlichen Schauen im Rahmen der Platform Fashion (u.a. Breunnger, Annette Görtz, Düsseldorf Designers u.v.m). Sehenswert waren die Fashion Lectures, u.a. von Fashionsparkle, die (digitale) Innovationen im stationären Handel und Online vorstellte.

Auch in den Showrooms rund um die Kaiserswerther Straße, in Derendorf rund um die Hallen 29 und 30 sowie im DFH 2 war die Stimmung trotz des Regenwetters gut. Die Supreme, die noch bis morgen läuft, konnte sich an den ersten beiden Tagen ebenfalls nicht über Frequenz beschweren. Das Portfolio mit 475 Kollektionen, darunter viele italienische Highlights, lässt man sich ungern entgehen – zumal das B1 gleich um die Ecke der Kaiserswerther Straße liegt. Insgesamt hört man, dass die Internationalität gefühlt etwas steigt. Die Einkäufer achten verstärkt darauf, wie sie ihre Budgets verteilen und ihre Sortimente gestalten. Modisch, ausgefallen, anspruchsvoll, aber nicht abgehoben soll der Mix sein, der hoffentlich eine bessere Saison beschert als die letzte. Große Namen laufen nach wie vor gut, aber hier und da zeigt der Handel sich mutig und gibt dem Unbekannten eine Chance.

Aber Düsseldorf wäre nicht Düsseldorf, wenn man nicht nach getaner Arbeit zum Glas Champagner oder zumindest Prosecco greifen würde. Die Stadt bot eine Reihe von Fashion-Events. Das DFH lud am Samstag zur Catwalk-Show mit Bitte Kai Rand, art point, Beate Heymann und Steilmann sowie anschließender ausgelassener After-Show-Party. Das mittlerweile fünfte „Fashion Net & Friends Come Together“ am Sonntag fand unter dem Motto „Flower Market“ im Blumengroßmarkt statt und bot seinen rund 1.000 Gästen die ideale Plattform fürs Networking mit Branchengrößen.

Ob sich letztlich der ganze Spaß gelohnt hat, mag noch keiner recht sagen. Fest steht aber, dass Düsseldorf sich gefühlt wieder mehr in Richtung Aufbruch, denn Establishment positioniert. Es sind zwar nicht mehr die alten CPD-Tage (die sind längst vorbei), aber der neue Spirit der CPD wurde diesen Winter deutlicher sichtbar: „Ich bin sicher, dass gerade jetzt der Modestandort an Reputation und Relevanz gewinnt“, ist auch Philipp Kronen, Managing Partner der Igedo Company, überzeugt.

Fotos: Igedo Company, Fashion Net e.V., DFH