Das italienische Designer-Duo zeigt sich relativ unbeeindruckt von der Nachfragekrise im Luxussegment. Der Umsatz im bald zu Ende gehenden Geschäftsjahr steigt um satte 13 Prozent.

„Zu viel!“ – gibt’s nicht bei Dolce & Gabbana. Der Erfolg gibt ihnen Recht

Es hat sich offenbar ausgezahlt, dass Domenico Dolce und Stefano Gabbana ihrem opulent-sizilianischen Stil über die Jahre treu geblieben sind. Prunk, Dekadenz und der Hang zur lasziven Dramatik sind offenbar gewünscht bei den Kundinnen – egal, ob die aus Europa, den USA, Russland, Nahost und Asien stammen. Trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen, die Prada, Burberry und Louis Vuitton kalt erwischten, zeigen sich das Modehaus Dolce & Gabbana krisenfest. Für das Ende März zu Ende gehende Geschäftsjahr erwartet man einen Umsatzanstieg von 13% auf 1,19 Mrd. Euro, berichtet die italienische Zeitung „Sole 24 Ore“. Damit wurde das Wachstumstempo von 2014 (+7%) noch einmal deutlich erhöht. Für Hochrechnungen hinsichtlich des operativen Gewinns sei es noch zu früh, heißt es weiter. Im letzten Jahr hatte das EBITDA bei 12% und das EBIT bei 6% der Umsatzerlöse gelegen. Aus der vorläufigen Bilanz lässt sich aber ablesen, dass sich die Nettofinanzposition von 233 Mio. Euro im Vorjahr auf 160 Mio. Euro verringern wird. Dies ist zum einen auf die teilweise ungünstigen Wechselkurse zurückzuführen und zum anderen auf Investitionen in Höhe von über 41,5 Mio. Euro für neue Läden (20 Stand-alone und 6 Boutique-Shop-in-Stores).

Trotz der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage im globalen Kontext bleiben die beiden Designer optimistisch, was den weiteren Geschäftsverlauf angeht. Primär ging es ihnen nie ums große Geld, sondern darum schöne Kleider zu entwerfen. Deshalb stehen sie nach wie vor zu ihrer Entscheidung, die Zweitlinie D&G eingestellt zu haben, wodurch sie fast 390 Mio. Euro an Umsatz verloren haben. Ihr „größtes Glück“ sei es, „unabhängig zu sein und selbst zu entscheiden, was wir tun können“, beteuern sie und geben damit möglichen Investoren eine Absage.