Der italienische Strumpf- und Wäschespezialist will weiter expandieren. Dabei hat das Unternehmen insbesondere ein Auge auf Russland, Deutschland und Frankreich geworfen. Der Expansionskurs scheint richtig zu sein: im letzten Jahr konnte der Umsatz um 15 Prozent gesteigert werden.

Calzedonia sieht noch viel Potential am deutschen Markt

Der aus Verona stammende Wäsche- und Strumpfhersteller Calzedonia SpA hat sich ehrgeizige Ziele für 2012 gesetzt. Das Unternehmen will 400 neue Shops eröffnen, die meisten davon im Ausland. Aktuell ist die Gruppe, zu der neben der gleichnamigen Kernmarke auch die Marken Intimissimi, Tezenis und Falconeri gehören, mit 3.000 Standorten präsent. Der Fokus liegt bei der Expansion auf Frankreich (obwohl das Segment dort gut besetzt ist), Deutschland sowie Osteuropa und Russland, das nach Italien bereits der zweitwichtigste Markt für die Italiener ist. Durch die Expansion nach Osten und Norden kann die Gruppe der Rezession im Heimatmarkt entgehen, der aktuell ziemlich unter der Euro-Krise leidet.

Deutsche preisbewusste Frauen

In Deutschland hat Calzedonia u.a. einen 260 Quadratmeter großen Store in der Limbecker Straße in Essen angemietet. Es wäre der insgesamt achte Standort in Deutschland. Es gibt hierzulande aber noch viel Potential – zum Vergleich: In Österreich gibt es rund 70 Filialen. Und neben Hunkemöller gibt es auch keine großen Ketten, die das Segment Unterwäsche, Strumpfwaren und Beachwear abdecken. Calzedonia-Gründer und -CEO Sandro Veronesi weiß allerdings auch, dass es der Roll-out im deutschen Markt aufgrund kultureller Unterschiede nicht einfach sein könnte: „In Deutschland investieren Frauen zwar in Kleider, aber wenig in Wäsche. In diesem Fall setzten wir auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.“

Starkes Wachstum trotz Rezession

Der Konzern gehört mit deutlich mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz mittlerweile zu den erfolgreichsten Fashion-Unternehmen Italiens. Insgesamt stiegen die Umsätze um 15% auf 1,295 Mrd. Euro. Die Marke Calzedonia konnte im Jahr 2011 den Umsatz um 12% auf 420 Mio. Euro steigern, Intimissimi erlöste 444 Mio. Euro und Tezenis verbesserte sich um 26% auf 321 Mio. Euro. Das Konzern EBITDA sank leicht von 261 auf 257 Mio. Euro, was nicht zuletzt auf die Kosten für die Internationalisierungsstrategie und die gleichbleibenden Preise trotz erhöhter Rohstoffkosten zurückgeführt werden kann.