Ein echtes Pfunds-Unternehmen: Der britische Luxuskonzern wächst wieder mit altbekannter Schnelligkeit und kann seine Halbjahreserlöse erstmals über die 1-Milliarden-Marke hieven. Das Kosmetikgeschäft entpuppt sich als noch kleiner, aber wichtiger Umsatztreiber.

Burberry_Online

Digitale Initiativen, wie die Live-Übertragung der RTW-Show aufs Smartphone, pushen Image und Umsatz von Burberry

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2013/14 (Stichtag: 30. September) hat die Burberry Group plc ihre Umsätze um 17% (währungsbereinigt um 14%) auf 1,031 Mrd. Pfund (1,2 Mrd. Euro) steigern können und profitierte dabei auch von positiven Währungseffekten. Sowohl der eigene Retail als auch das Wholesale-Segment trugen zum starken Wachstum bei. In den eigenen Läden stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 17% auf 694,5 Mio. Pfund (583 Mio. Euro; 67% am Gesamtumsatz). Auf gleicher Fläche wurde ein Plus von 13% erreicht. Zum Stichtag betrieb Burberry weltweit 479 eigene und 66 Franchise-Geschäfte. Im Wholesale wurde ein Plus von 29% auf 294,6 Mio. Pfund (351 Mio. Euro) verbucht, wobei das reguläre Wholesale-Geschäft um 7% (-17 Mio. Pfund) schrumpfte, die jedoch durch Zuwächse durch mittlerweile in Eigenregie geführte und deutlich ausgeweitete Kosmetiklinie in Höhe von 51 Mio. Pfund mehr als kompensiert wurden. Das Lizenzgeschäft musste ebenfalls ein Rückgang von 19% auf 42,4 Mio. Pfund hingenommen werden, was größtenteils durch das Ende der Parfum-Lizenzierung begründet war. Burberry konnte in allen Regionen starke Zuwächse verbuchen: In EMEIA (Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika) legten die Umsätze um 14%, in Amerika um 20% und im asiatisch-pazifischen-Raum um 15%. Dabei war das Onlinegeschäft nicht zu vernachlässigen.

Der bereinigte operative Gewinn lag mit 174 Mio. Pfund auf Vorjahresniveau. Der ausgewiesene Vorsteuergewinn lag mit 159 Mio. Pfund rund 42%  über dem Vorjahresniveau (112 Mio. Pfund), was am Sondereffekten (etwa für die Beendigung der Kosmetiklizenz) lag, die im Vorjahr verbucht werden mussten. Der Konzernüberschuss verbesserte sich von 77 Mio. auf 85 Mio. Pfund (+11%).

Auch die Zukunft ist digital: Weiter hohe Ambitionen fürs Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr bleibt Burberry optimistisch: In der Retail-Sparte soll weiter im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Netto sollen 10 eigene Stores hinzukommen. Im Wholesale wird auch ohne das Beauty-Geschäft ein hoher einstelliger Zuwachs erwartet. Die Beauty-Sparte soll im Gesamtjahr 140 Mio. Pfund generieren. Bei all diesen Wachstumsambitionen spielt Technik eine nicht zu vernachlässigende Rolle: Burberry will seine Online-Vorreiterrolle weiter ausbauen.