Bread & Butter: Alles wird anders – aber wie?
Für die Leitmesse für Urban- und Streetwear brechen nach dreißig Ausgaben neue Zeiten an. Die bevorstehende Sommer-Ausgabe lässt erstmals Endkonsumenten zu. Man ist gespannt, wie das aussehen könnte, denn die meisten Aussteller haben noch keinen Plan.
Rund 500 Marken stellten sich vom 14. bis 16. Januar auf der Bread & Butter vor. Die drei Messetage waren wie gewohnt busy und erfolgreich. Die Bread & Butter ist und bleibt die wichtigste europäische Messe in ihrem Segment. Messechef Karl-Heinz Müller hat ein gutes Gespür für die Trends der Branche, doch wird er mit seinem Vorstoß, die Bread & Butter zur Publikumsmesse auszubauen, auch dieses Mal richtig liegen? Fragte man im Januar die Aussteller ist die Resonanz auf die Ankündigung meist verhalten. In erster Linie konzentrierte man sich auf das, was aktuell stattfand.
Brot & Spiele: Wie begeistert man den Endkonsumenten auf der Bread & Butter?
Mavi hätte schon ein Konzept, um die Endkonsumenten zu entertainen: Die Denim-Kitchen
… auch das wäre eine Möglichkeit :)
Mitgehangen – mitgefangen
Letzten Ende gilt aber: „Mitgehangen – mitgefangen“ – wer auf der Bread & Butter sein will, muss auch die Konsequenzen tragen und sich für das breite Publikum öffnen. „Wir sind mutige Schritte von Karl-Heinz gewöhnt, aber ohne ihn würde es den Messestandort Berlin nicht geben. Die Ankündigung sorgt für Diskussionsstoff, aber schließlich tun wir alles hier auf der Messe letztlich sowieso für den Endverbraucher“, findet Dietmar Axt, CEO von Mustang. „Wir stehen den B&B offen und positiv gegenüber, allerdings gibt es noch offene Fragen bezüglich der genauen Umsetzung“, sagt Frank Walberg, General Manager Liu Jo. Auch bei Drykorn ist man sich noch nicht sicher, wie die Publikumstage gestaltet werden sollen: „Wir haben darüber gesprochen, aber noch kein endgültiges Konzept.“ „Die Publikumstage bergen Chancen und Risiken. Wenn wir das schaffen, ist es super. Wir haben hier in Berlin eine starke Messelandschaft, vielleicht die beste weltweit. Wir können Trends setzen“, so Alexander Schindel, Divsion Manager bei Set.
Ausländische und kleinere Marken sehen es ebenso: „Wir stehen der Veränderung nicht komplett negativ gegenüber, aber das Ganze muss gut umgesetzt werden und das könnte aus verschiedenen Gründen schwierig werden“, heißt etwa an den Ständen von mbym oder Fornarina. Auch die recht große DK Company, die u.a. mit Kaffe, Cream, b.young, blend und ichi auf der Messe vertreten ist, sieht sich mit konzeptionellen Herausforderungen konfrontiert. „Wie wir das Ganze umsetzen, wissen wir noch nicht. Das wird schwierig und teuer. Aber wir sind froh, dass zumindest am ersten Presse-Tag auch VIP-Buyer wie Zalando eingeladen werden. So haben wir weiterhin drei ‚echte’ Messetage“, so Jens Obel Jorgensen, Co-Gründer und CSO der DK Company. Kleinere spanische Aussteller sehen die Publikumstage kritischer: „Wir werden es wohl ausprobieren, aber es erfordert große Investitionen, die sich vielleicht nicht alle leisten können. Grundsätzlich fänden wir es ohne Endkonsumenten besser, aber das liegt wahrscheinlich daran, weil wir das alles schon mal bei der Brandery erlebt haben“,so Jannik van Boxtel, Marketing Manager bei SMASH Wear, die auch mit den Labels mismash und Paramita auf der Bread & Butter ausstellen.
Bleibt zu hoffen, dass es mit der Bread & Butter ein besseres Ende nimmt als mit der Brandery in Barcelona – denn die ist mittlerweile verschwunden…
Fotos: Bread & Butter (Andre Wagner, Lina Zangers), Mavi






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