History repeating? Der Frankfurter Private-Equity-Investor Tempus Capital steigt beim Goldbacher Womenswear-Anbieter ein. Mit dem frischen Kapital und einer deutliche höheren Eigenkapitalquote ist das Unternehmen nun gut aufgestellt.

Basler bekommt Hilfe von einem Investor

Basler bekommt Hilfe von einem Investor

Dass es nicht leicht werden würde, war Reiner Unkel bestimmt bewusst, als er Basler im Sommer 2013 im Rahmen eines MBOs vom bisherigen Eigentümer und Finanzinvestor Triton übernahm. Jetzt hat das Unternehmen erneut einen Investor an Bord geholt. Die Frankfurter Investment-Firma Tempus Capital, laut eigener Aussage spezialisiert auf „Beteiligungen in mittelständische Unternehmen in Sondersituationen“, hat über ihren Luxemburger „Fund One“ (mit immerhin 102 Mio. Euro Eigenkapital) die Mehrheit beim Goldbacher Womenswear-Anbieter übernommen.

Im Zuge des Investments werden die bestehenden Bankkredite abgelöst, was sich positiv auf die Eigenkapitalquote auswirkt. Parallel hat Basler neue Kreditlinien von der Londoner Investmentfirma Alteri, die jüngst auch beim Versandhaus Walz eingestiegen ist, in Anspruch genommen, berichtet der Telegraph. Mit den neuen Finanzstrukturen sei Basler nun gut aufgestellt, um auf die veränderten Anforderungen des Modemarktes reagieren zu können und sich entsprechend weiterzuentwickeln. Wie viele andere deutsche Modemarken auch litt und leidet Basler unter dem Nachfrage-Einbruch auf dem russischen Markt. Dagegen entwickelten sich die Geschäfte im Inland, einigen westeuropäischen Märkten sowie in den USA trotz des Weggangs von Top-Designer Brian Rennie gut.

Basler ist laut eigenen Angaben weltweit mit über 160 eigenen Monobrand-Shops und Stores sowie an mehr als 1.600 POS in 60 Ländern vertreten. Im Geschäftsjahr 2013/14 setzte das Unternehmen, zu der seit 2011 auch die Fitnessmarke Venice Beach gehört, mehr als 148 Mio. Euro um. Der Exportanteil lag damals bei rund 53% und soll sich in Zukunft weiter erhöhen. Im Rahmen der im Jahr 2013 durchgeführten Refinanzierung verzichteten die damaligen Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen, was einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 229 Mio. Euro auf das Konzernergebnis hatte. Ohne die Entschuldung hätte Basler einen deutlichen Verlust geschrieben. Gleichzeitig wurde im Zuge der Neuausrichtung auch die Neupositionierung der Marke und der Vertriebsstrukturen vorangetrieben.