Kaiser Karl hat seine Audienz bei der Pariser Fashion Week abgesagt. Gleichzeitig wird bekannt, dass er eine Kollektion entwerfen wird, die ausschließlich über das Internet erhältlich ist und sich an ganz normale Frauen richtet.

Karl Lagerfeld hat eine Vision: Elitäre Mode für die Massen

Der geniale Exzentriker und talentierte Modeschöpfer war schon immer für Überraschungen gut. Diese Woche kommt er gleich mit zwei sehr unerwarteten Neuigkeiten heraus. Der Modezar kündigt an, eine Kollektion für ein breites Publikum lancieren zu wollen, die ausschließlich über das Internet verkauft werden soll – sozusagen “elitäre Mode für die Massen“. Die Womeswear-Kollektion ist für die Saison Herbst/Winter 2011/12 geplant und soll deutlich „kommerzieller“, d.h. preisgünstiger, werden. Die Linie wird den Namen „Masstige“ tragen – ein Wortspiel aus „Masse“ und „Presige“ – und soll ab März nächsten Jahres in den Medien präsentiert werden. Verhandlungen über die Herstellung und den Vertrieb laufen bereits. Geplant ist wohl, dass die Kollektion auch über seine Showrooms in Paris und Mailand verkauft werden soll.

„Ich denke, dass es fast meine Pflicht war, das mit meinem Namen zu tun, das ist der Weg der Modernität“, erklärte Karl Lagerfeld seine neue Einstellung – vor einigen Jahren noch verabscheute er Mode für den Massenmarkt. Im Jahr 2004 wagte er dann erste Schritte in die Normalo-Konsumwelt mit einer Kollaboration für die schwedische Modekette H&M. Das Gedränge um seine Kreationen muss ihn also sichtlich beeindruckt haben, so dass sich seine Vision für elitäre Masenmode verfestigte.

Gleichzeitig und recht kurzfristig hat Lagerfeld die Show für seine Signature Collection bei der Pret-à-Porter Paris im Oktober abgesagt, um sich ganz und gar der oben beschriebenen Kollektion zu widmen. Die Capsule Collection für Hogan soll er wie geplant präsentieren.

Foto: via picapp/abacapress.com/Jacky Naegelen