Der Berliner Onlinehändler ist mit drei großen Investmentbanken im Gespräch, um vielleicht Europas größten Börsengang seit der Dot.com-Bubble vorzubereiten. Offizielle Bestätigungen dazu fehlen aber nach wie vor.

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Zalando: Hochstapeln für einen IPO?

Der Berliner Fashion-eTailer Zalando hat bereits im letzten Jahr mit Änderung der Gesellschaftsform in einer AG die Spekulationen um einen bevorstehenden Börsengang angeheizt. Die Gerüchte werden nun weiter befeuert, denn das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit den großen Investmentbanken Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley, hat sie offiziell aber noch nicht -für was auch immer- beauftragt.

Im Falle eines nahe liegenden Börsengangs könnte das gerade mal fünf Jahre alte Unternehmen mit rund 5 Mrd. Euro bewertet werden, schätzen einige Analysten. Dies würde dem 2,5- bis 2,6-fachen des jetzigen Umsatzes entsprechen. Es wird damit gerechnet, dass Zalando seine Umsätze für das letzte Geschäftsjahr in den kommenden Wochen mitteilen wird. Im ersten Halbjahr hat Zalando mehr als 809 Mio. Euro umgesetzt und strebte an, im Gesamtjahr die 2 Mrd. Euro-Hürde zu knacken. Zu den Ergebniszahlen schweigt sich das Unternehmen nach wie vor aus. Es ist lediglich bekannt, dass die Berliner nur im deutschsprachigen Kernmarkt profitabel agieren sollen und sonst nach wie vor rote Zahlen schreiben. Nach Zeiten einer groß angelegten internationalen Expansion (in immerhin 14 europäische Märkte), einer stetigen Ausweitung des Sortiments sowie Aufbau einer eigenen Logistik standen die letzten Monate im Zeichen der Konsolidierung. So wurden Prozesse verbessert, der Luxus-Shop Emeza geschlossen und Marketingoffensiven reduziert, aber auch weiter in die Verbesserung des mobilen Auftritts investiert. Ob dies zur gewünschten Profitabilität der gesamten Gruppe führte, bleibt abzuwarten. Hohe Retouren und unprofitable Auslandsmärkte sollen dem Unternehmen weiter zu schaffen machen, hört man aus Unternehmenskreisen.

Für die Investoren, u.a. die schwedische Investmentfirma Kinnevik (37%), der russische Milliardär Yuri Milner oder der Bestseller-Eigentümer Anders Holch Povlsen, sowie die drei Gründer (die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer, die immerhin noch 17% an Zalando halten) könnte sich der IPO auf jeden Fall lohnen. Der wird aber wohl erst im zweiten Halbjahr oder 2015 stattfinden…