Ernster als gedacht: Der Modekonzern aus Chieti hat vor knapp zwei Wochen beim italienischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung die Einleitung eines Gläubigervergleichsverfahrens beantragt. In den nächsten 120 Tagen soll ein Insolvenzverwalter klären, ob ein Konkurs noch abgewendet werden kann.

Miss Sixty AW12

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Die Situation des italienischen Modekonzerns Sixty Group (Miss Sixty, Energie, Killah, Murphy&Nye, RefrigiWear) ist kritischer als gedacht. Das Unternehmen steht kurz vor der Insolvenz. Am 21. September wurde beim italienischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung die Einleitung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens angestrebt. In den nächsten 120 Tagen erhält der Konzern damit die Möglichkeit, zu sondieren, ob ein Konkurs noch verhindert werden kann. Ein vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter wird in dieser Zeit u.a. ausloten, ob sich Banken und andere Gläubiger auf einen Schuldenvergleich einlassen würden. Sollte sich das Vergleichsverfahren, das es übrigens in Deutschland nicht mehr gibt, als aussichtslos herausstellen, folgt dann die Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens.

Die 414 Mitarbeiter am Standort Chieti sind sehr besorgt, ob die Rettungsaktion gelingen wird. Laut italienischen Presseberichten wird spekuliert, dass der asiatische Fond Crescent Hyde Park, der das Unternehmen im letzten Jahr übernommen hat und offenbar auf den Cayman Islands sitzt, die Markenrechte nimmt und außerhalb von Italien produzieren lässt. Eine Stellungnahme der neuen Eigentümer über die Zukunft der Sixty Group steht immer noch aus, die Gesellschaft lässt sich lediglich durch Anwälte vertreten. Es soll wohl einen Businessplan geben, aber aktuell steht die Produktion still, die Musterkollektion ist blockiert und die Zahlungen wurden eingestellt.