Laut einer aktuellen Studie ist Verbrauchern die Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln und Textilien am wichtigsten. Dafür sind Verbraucher auch gerne bereit etwas mehr zu bezahlen – weniger wichtig ist ihnen aber die Marke.

Herkunft, Arbeitsbedingungen, Emissionen, Schadstoffe usw. sind alles Nachhaltigkeitskriterien, über die Verbraucher noch besser informiert werden wollen

Die aktuelle Studie des E-Commerce-Center Handel (ECC) und dem Onlineportal stayfair, bei der 615 online zu ihren Einschätzungen zum Thema Nachhaltigkeit befragt wurden, liefert erstaunliche Ergebnisse. Es zeigt, dass es den Verbraucher bei Nachhaltigkeit um mehr geht als nur ein Bio-Siegel, sondern dass der Begriff sehr vielschichtig und komplex ist und verschiedene ökologische, ökonomische und soziale Aspekte vereint. Trotz dieser gewissen Unbestimmtheit und Komplexität ist den Verbrauchern das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Nach dem Kriterium der Qualität spielt die Nachhaltigkeit der gekauften Produkte die wichtigste Rolle. Auf Rang 3 folgt der Preis und erst auf dem letzten Platz 7 wurde die Marke genannt.

Die Verbraucher achten bei Lebensmitteln und Textilien am meisten auf das Nachhaltigkeitskriterium. 60% der Befragten haben kürzlich Lebensmittel nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ausgewählt. Mehr als ein Viertel wählte nach diesem Aspekt auch Textilien aus. Rund 35% der Verbraucher sind zudem bereit für nachhaltig produzierte Lebensmittel mehr zu zahlen, für nachhaltige Textilien würden immerhin 16% mehr bezahlen. Grundsätzlich ist es derzeit so, dass ein Drittel der Befragten die Preise für nachhaltige Güter als angemessen und nicht zu teuer empfindet. Knapp die Hälfte der Befragten ist sogar bereit, für nachhaltige Waren und Dienstleistungen einen höheren Preis zu bezahlen.

Über die Hälfte wird in der Zukunft stärker darauf achten, ob Produkte aus einem nachhaltigen Umfeld kommen. Dabei wird es ihnen aber offensichtlich nicht so leicht gemacht. Mehr als die Hälfte ist unzufrieden mit dem Informationsangebot. Obwohl Kriterien wie Menschenrechte, Tierschutz, Konsumentensicherheit, Emissionen und Umweltbelange relativ wichtig sind, sehen sie die Anforderungen an eine gute Aufklärung in allen Aspekten eher schlecht erfüllt. Am ehesten sehen die Verbraucher die Anforderungen noch im Bereich Konsumentensicherheit und –gesundheit als erfüllt an. Bei den Kriterien Abfall und Emissionen haben die Verbraucher das Gefühl am wenigsten informiert zu sein. Als Informationsquelle nutzen die Verbraucher Möglichkeiten, die ohne viel Aufwand über das Kriterium Nachhaltigkeit informieren, etwa Beschriftungen auf dem Produkt, Angaben der Verkäufer sowie Medien- und Presseberichte. Bei letzterem spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle.

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