Die Deutschen sind in Sommermärchen-Laune: Nach der aktuellen GfK-Konsumklimastudie zeigt sich das Konsumklima trotz Verschärfung der Euro-Krise überraschend stabil. Allerdings erleidet der Konjunkturoptimismus einen Dämpfer.

Einkaufszentrum

Viele Deutschen investieren lieber als zu sparen

Nach der aktuellen GfK-Konsumklimastudie für Juni sind die Bundesbürger trotz der Turbulenzen im Euro-Raum erstaunlich optimistisch. Auch wenn viele Bürger fürchten, dass Deutschland in den Euro-Abwärtstrend gezogen wird, schätzen sie ihre persönliche Lage besser ein als die des Landes. So legt die Anschaffungsneigung noch weiter zu. Der Indikator steigt im Juni noch einmal um 0,7 Punkte auf 32,7 Punkte. Grund hierfür sind zum einen die steigenden Beschäftigtenzahlen und das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte, was viele dazu animiert, lieber werthaltige Anschaffungen zu tätigen als zu sparen. Auch die Einkommenserwartung zieht im Juni noch einmal deutlich an – im Vergleich zum Vormonat gewinnt die sie 8,1 Punkte hinzu und weist nun 40,1 Zähler auf. Durch gute Tarifabschlüsse und eine sinkende Inflation sehen viele Konsumenten ihre Kaufkraft gestärkt. Dagegen sinkt die Konjunkturerwartung nach drei Anstiegen in Folge um 16,6 Punkte und landet bei einem Wert von 3 Punkten, so wenig wie zuletzt im Dezember 2011. Viele Bürger fürchten, dass die europäische Rezession das für Deutschland so wichtige Exportgeschäft beeinträchtigen könnte. Auch viele Unternehmen sehen die Lage ähnlich, weshalb im Juni der ifo-Geschäftsklima-Index ebenfalls weiter auf Talfahrt ist.

Insgesamt prognostiziert der Gesamtindikator für Juli einen Wert von 5,8 Punkten, was über dem Juni-Wert von 5,7 Punkten liegt. Damit bescheinigt die GfK, dem deutschen Konsumklima trotz der Verschärfung der Euro-Krise eine überaus stabile Entwicklung. Gleichzeitig bestätigt die GfK ihre Prognose vom Beginn dieses Jahres, wonach der private Konsum in 2012 real um 2% zulegen wird. Das sind gute Nachrichten, denn der Binnenkonsum ist ein zunehmend wichtiger Faktor, um eine Rezession in Deutschland zu vermeiden.

Foto: Centrum Galerie Dresden