In der letzten Woche präsentierten große und kleinere Designer auf der New York Fashion Week die amerikanische Interpretation für die Trends der kommenden Herbst-/ Wintersaison. Bei den Entwürfen von Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Calvin Klein und Co. dominierten schlichte Schnitte und gedeckte dunkle Farben.

Vom 10. bis 17. Februar hieß es wieder – lud Mercedes Benz zur wohl bekanntesten Fashion Week der Welt – nach New York. Etablierte Namen, aber auch kleinere Labels zeigten was im Herbst/Winter 2011/12 getragen werden soll. In Kurzform bedeutet dies: Zeitreisen in die 40er bis 70er Jahre, tierisch viel Pelz und ganz viel elegantes Schwarz mit einigen herbstlich-erdfarbenden Ausläufern.

Ralph Lauren ließ sich in diesem Jahr vom Land der Mitte und den dreißiger Jahren inspirieren. So wickelte der 71-Jährige die Models in Cocktailkleider aus glänzender, bestickter Seide und Satin in Schwarz Grün und Rot. Insbesondere hatten es ihm Smokings angetan, die man auch in seiner neuen Jeans-Kollektion wieder findet. Schmuck im Art-Deco-Stil und Schuhe mit rot lackierter Sohle rundeten den Auftritt ab.

Bei der Präsentation von Calvin Klein lag der Focus ganz klar auf den Materialien und verlor dabei nicht den sportlichen Fokus aus den Augen. Designer Francisco Costa setzte auf schlichte Röcke, Baseballjacken, schmale Hosen und übergroße Mäntel aus Cashmere und Seide. Highlight der Show war ein ärmelloses Kleid mit Minifransen.

Exotische Muster und fürstliche Abendkleider gab es bei Oscar de la Renta in Gold, Silber und viel Glitzer zu bestaunen. Offensichtlich auch aus dem asiatischen Raum inspiriert ließ de la Renta die Models mit Pelzmütze und verzierten Kleidern über den Laufsteg schreiten und erinnerte ein bisschen an die fünfziger Jahre. Paillettenröcke und Mäntel aus Tüll, Samt und Pelz wurden mit viel Schmuck kombiniert.

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Ralph Lauren

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Calvin Klein

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Oscar de la Renta

Gedeckte Farben und College-Styles standen bei Marc by Marc Jacobs im Vordergrund. Samt und Tweed in verschiedenen Rottönen, Gold und Braun ließen die Röcke, Trenchcoats und dicken Strümpfe ein wenig in die vierziger Jahre eintauchen. Afrikanische Prints und Fischgrätenmuster lockerte die klassischen Schnitte auf.

Sophia Kokosalaki von Diesel Black Gold wollte sich dem minimalistischen Trend, der zurzeit herumgeht nicht beugen und entschied sich für Experimente. Lederelemente wurden mit Strick und Denim ergänzt und auch die Schlaghose der 70er Jahre startet so langsam ihr Comeback.

„Perlen der Weisheit“ hießt die Kollektion von Donna Karan, die kühle Eleganz versprühte. Bleistiftröcke und Seidenblüschen mit dickem Haarknoten und Henkeltaschen wurden mit Perlenketten von Erickson Beamon kombiniert. Den Abschluss machten bodenlange, transparente Kleider.

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Marc by Marc Jacobs

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Diesel Black Gold

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Donna Karan New York

Tommy Hilfiger erinnerte an die dreißiger Jahre und überzeugte mit einer Mischung aus simpel und schick. Dunkelblaue und graue Hosenanzüge in fließenden Stoffen, Marlenehosen und riesige Schlapphüte wurden mit Maxi-Mänteln kombiniert.  Lederröcke und Hosen lockerten die Kollektion auf.

Von amerikanischen Legenden ließen sich Diane von Furstenberg und Yvan Mispelaere inspirieren. Entstanden sind Röcke, Hosen und Jumpsuits mit Streifen und Punkten, Kleeblättern und Sternchen. Farblich ging es mit Schwarz, Gold und Rot elegant zu. Zum Ende rundeten  Paillettenkleider die Show ab.

Der Compagnon des Karstadt-Retters Berggruen,  BCBG Max Azria, zeigte sich doppelschichtig und setzte auf mehrere Lagen von fließenden Stoffen in Midi-Länge. Darunter trugen die Models weiße, fast transparente Bodys mit Rollkragen und schwarzen Manschetten.

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Tommy Hilfiger

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Diane Furstenberg

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BCBG Max Azria

Victoria Beckham zeigte erneut, dass sie mehr ist als Fussballer-Gattin und dreifache Mutter. Als neue Stilikone des 21. Jahrhunderts wagte sie sich an neue Formen und kräftige Farben. Weite Kleider in Weinrot, Orange und Gelb sowie Mäntel und drapierte Röcke in Grau und Beige gaben der Kollektion eine besondere Note. Victoria ließ es sich natürlich nicht nehmen aus der ersten Reihe heraus jedes Stück selbst zu erläutern.

Derek Lam, der zeitgleich auch eine Kollektion für eBay lanciert hat, kombinierte sportliche Schnitte mit edlen Materialien. Herauskamen kastige Jacken in hellblauem Tweed, Mäntel in Knallrot, Kleider mit eigentümlicher Hinten-Vorne-Asymmetrie und weite Walle-Walle-Kleider.

Die verrückt aussehende Gwen Stefanie trug mit ihrem Label L.A.M.B. zu einem krönenden Abschluss bei und präsentierte nach fein geordneten Themenbereichen wie „Soldier Girls“ oder „Ragga Muffins“ viele bunte Punkte und Streifen sowie die allseits bekannte Leopardenoptik.

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Derek Lam

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Victoria Beckham

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L.A.M.B.

Fotos: MBFW New York