Youtube und Facebook statt Print und TV: Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller ändert seine Marketingstrategie und will zukünftig mehr im Internet statt in klassischen Medien werben. Damit will man vor allem bei den Teenagern landen.

Adidas Werbung

Zielgruppengerecht werben: Adidas will jüngere Kunden über's Internet erreichen

Der Adidas Marketingetat für das Jahr 2010 beträgt rund 1,5 Mrd. Euro. Rund 13% des Jahresumsatzes, der in diesem Jahr auf rund 11 Mrd. Euro prognostiziert wird, gibt der weltweit zweitgrößte Sportartikel-hersteller für Werbemaßnahmen aus. Der größte Anteil davon wurde bisher in klassische Print- und TV-Kampagnen gesteckt. Doch das Blatt wendet sich: Onlinewerbung wird auch für Adidas immer attraktiver: „Das Gros unserer Kommunikation läuft über digitale Kanäle. Die klassischen Medien hingegen sind lange nicht mehr so wichtig wie früher”, verriet Erich Stamminger, Marketing-Vorstand von Adidas, dem Handelsblatt. „Wir verschieben unsere Ausgaben. Jetzt spielen soziale Netze wie Facebook eine zentrale Rolle in neuen Kampagnen. Anzeigen und Fernsehspots werden nur begleitend gebucht“, so Stamminger weiter. Da Werbeausgaben in der Regel umsatzabhängig sind, und Konzernchef Hainer in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum auf 17 Mrd. Euro vorschwebt, heißt das, dass in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen des jährlichen Budgets ins Internet fließen werden.

Mit dem Werbe-Gesinnungswandel zielt Adidas auf die neu erkorene Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen, die für die frisch gelaunchte Produktlinie Neo gewonnen werden sollen. Die Wachstumsträume von Adidas basieren zu großen Teilen auf markenbewussten Teenagern aus Entwicklungsländern. Und genau diese Teenies verbringen viel Zeit im Internet und in sozialen Netzwerken wie Facebook, vkontakte.ru (Russland) oder mixi.jp (Japan). Dort können sie mit oder über die Marken, die sie mögen, kommunizieren. Die dort geposteten Meinungen sind für Marketingstrategen wie Stamminger ziemlich aufschlussreich: „Wir ziehen sehr stark Informationen aus den Kommentaren im Internet”, erklärt der Adidas-Vorstand.

Adidas ist dem veränderten Marketingfokus nicht allein. Auch die Rivalen Puma und Nike haben den Online-Trend erkannt. Nike ist bereits seit einiger Zeit stark im Internet aktiv und weist auf Facebook über 3 Millionen Fans aus. Auch Puma gibt zu, künftig stärker auf das veränderte Nutzerverhalten eingehen zu wollen. Auch die Raubkatze hat über 3 Millionen Facebook-Anhänger. Die Facebook-Seite von Adidas Football liegt damit gleichauf. Allerdings gibt es für Adidas Originals bereits doppelt so viele Fans.

Foto: Adidas